Virenschleuder Ahoi

jf_2008_quarantaeneHeute nur ein kurzer Gruß! Ich bin leider absolut krank und wie die Überschrift schon aussagt, anscheinend hochinfektiös.
Mich hat letztlich der Virus der hier so langsam aber sicher jeden niederstreckt, angefallen.
Mir wurde Bettruhe, viel Schlaf und noch mehr Wasser und Vitamine verordnet, so dass ich euch diese Woche leider nicht wie geplant mit meinen Beiträgen erfreuen kann.
Ab nächster Woche gehts dann wieder weiter. Und geht diesem Virus aus dem Weg, der ist blöd.

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Mein „Song of the Year“

Ich weiß, dass Jahr ist noch jung, aber bei mir gibt es immer ein Lied das mich dass ganze Jahr über begleitet. In 2012 waren es gleich zwei Songs, Summertime Sadness von Lana del Rey und My heart skips a beat von Olly Murs.

Für das Jahr 2013 wird mich das Lied Miracle von Hurts begleiten. Ich kann nicht sagen wieso oder weshalb, es ist einfach die Grundstimmung des Liedes die mich anspricht. Die Lyrics sind, wie immer bei Hurts, einfach nur fantastisch und passen perfekt zur Melodie, die einen einfach mitreißt und ein wenig melancholisch daherkommt.

Ich wünsche euch allen ein tolles Wochenende!

War Horse (Gefährten)

WarHorseSteven Spielbergs mit 6 Oscars nominiertes Werk War Horse (dt. Titel Gefährten) ist ein wunderschön inszenierter Tierfilm, der sich mit dem Schicksal des Pferdes Joey und seinem Besitzer Albert befasst.

Albert wächst auf einer Farm in England auf und nimmt sich dem Fohlen Joey an, das er liebevoll großzieht. Zwischen den beiden entsteht eine innige Bindung die auf eine harte Probe gestellt wird, als der erste Weltkrieg beginnt. Joey wird vom Militär als Kriegspferd eingezogen und sein bisher behütetes Leben auf dem Land findet ein Jähes Ende. Fortan wird er als Lastpferd eingesetzt, muss Kanonen ziehen, mit dem Entsetzen des Krieges fertig werden und unfassbare Qualen erdulden.

Albert kann den einzigartigen Hengst nicht vergessen und beschließt Joey in die Wirren des Krieges zu folgen, meldet sich gegen den Willen seiner Eltern als Soldat und macht sich auf die Suche nach ihm.

Joey wird währenddessen von einer Hand zur nächsten gereicht und findet kurze Zeit Unterschlupf bei einem Mädchen namens Emily. Sie ist total vernarrt in das Pferd und es bricht ihr das Herz, ihn erneut an die Kavallerie abgeben zu müssen.

Die bisher schlimmste Prüfung für den Hengst beginnt, als er in den Schützengräben eingesetzt wird, ein grausamer Ort für Mensch und Tier. Als Joey durch das brennende Feld läuft, das mit Stacheldraht und Granaten gespickt ist, die um ihn herum explodieren und alles in Brand setzen, stockt einem schier der Atem. Eine der Bildgewaltigsten Szenen im Film.
Verletzt und im Stacheldraht gefangen befindet sich Joey im Niemandsland zwischen den Fronten, bis ein englischer und deutscher Soldat sich auf machen den Hengst zu befreien.
Schließlich gelingt es dem englischen Soldaten, per Münzwurf, Joey wieder in ihre Reihen zurück zu erobern.Alle erstarren förmlich vor Ehrfurcht, als er das am Bein verletzte  Pferd zum Lazarett führt.
Auch Albert befindet sich im Lazarett, vorübergehend erblindet durch einen Giftgasangriff, liegt er auf einer Pritsche, als er den einzigartigen Klang von Joeys Hufen auf dem Kopfsteinpflaster wahrnimmt. Der Bereicht eines Leidensgenossen über das Wunderpferd bestätigt seine Vermutung und überglücklich bahnt er sich einen Weg durch die Menge, die sich um den Hengst versammelt hat.

Der Arzt gibt dem Pferd bei der schwerwiegenden Verletzung am Bein kaum eine Überlebenschance und der Oberbefehlshaber zückt die Pistole um dem gebrochen wirkenden Joey das Leid zu ersparen. Albert imitiert in diesem Moment den Ruf einer Eule, ein Zeichen, worauf er Joey als Fohlen schon abgerichtet hatte und in dem Hengst erwacht erneut der Überlebenswille. Die Menge teilt sich und endlich sind Albert und sein Pferd wieder vereint. Wer denkt, dass die Geschichte hier endet irrt.

Joey und Albert sind beide genesen, als das Ende des Krieges erklärt wird. Diese Nachricht sollte eigentlich grenzenlose Freude hervorrufen, aber für Joey und Albert bedeutet es erneut die Angst vor der Trennung, denn Pferde die nicht den Offizieren gehören, werden auf dem Pferdemarkt versteigert. Die Soldaten legen alle zusammen, um Albert zu helfen Joey zu ersteigern, doch ein alter Mann überbietet jeden Interessenten und erneut steht Albert vor dem Abschied seines geliebten Pferdes.
Der alte Mann entpuppt sich als Vater der mittlerweile verstorbenen Emily, bei der Joey auf seiner Odyssee kurze Zeit Unterschlupf fand. Als er mit dem Pferd davon gehen will, reißt es sich los und galoppiert zurück zu Albert.
Emilys Vater nimmt die innige Bindung zwischen dem Mann und dem Hengst wahr und bringt es nicht übers Herz die beiden, die so offensichtlich zusammengehören, zu trennen. Endlich können Joey und Albert nach Hause zurückkehren.

Die letzte Szene des Films zeigt Joey, auf einem Hügel stehend, der Sonnenuntergang verwandelt den Himmel in ein Flammenmeer, den Blick in die Ferne gerichtet. Man bekommt den Eindruck, als würde der Hengst an das was hinter ihm liegt denken, einfach froh wieder zu Hause zu sein.

Steven Spielberg versteht es den Spagat zwischen gefühlvollem Kino und imposantem Kriegsdrama auf den Punkt genau umzusetzen und hat mit War Horse einen Film geschaffen, der sowohl den Soldaten als auch den Kriegspferden des ersten Weltkrieges ein bildgewaltiges Denkmal setzt. Er schafft es stimmungsvoll, zwei verschiedene Genre in einem Film zu vereinen und mit einzigartigen Bildern ein absolutes Meisterwerk zu seiner langen Liste von Erfolgen hinzuzufügen.

Die Geschichte lässt einen an Black Beauty denken, der Verlauf der Lebensgeschichte beider Pferde ähnelt sich im Wesentlichen und jeder, der die Geschichte von Black Beauty gerne mag, wird War Horse lieben. Doch der Unterschied besteht darin, dass Black Beauty aus der Sicht des Pferdes erzählt wird, War Horse nicht. Dennoch gelingt es Steven Spielberg, die Gefühlswelt des Hengstes glaubhaft dem Zuschauer nahezubringen, ohne dabei in den Abgrund des Kitsches zu rutschen.

Ich persönlich versank bei War Horse in einem Tal der Tränen und schluchzte dabei einige Taschentücher voll. Der Film hat mich tief berührt und nachhaltig stark beeindruckt.

Dieser Film ist für jeden Pferdeliebhaber ein Muss, aber auch für jedermann, der sich gerne tierisch tragische Abenteuer wie Marley & Ich oder Hachiko ansieht.

Aktuell wird der Film auf dem Pay TV Sender Sky Cinema ausgestrahlt.

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Sons of Anarchy

sons-of-anarchyUnter allen Serien, die ich bisher gesehen habe und im Moment verfolge, ist diese mein absoluter Favorit! Ich habe selten solch eine logische und durchdachte Handlung erlebt wie bei Sons of Anarchy.

Alles dreht sich um den Motorradclub Sons of Anarchy, der im beschaulichen Städchen Charming Kalifornien für Recht und (Un)ordnung sorgt. Der Präsident des Clubs, Clarence Clay Morrow, führt das Chapter mit eiserner Hand und versteht es mit kleinen Intrigen, auch innerhalb des Clubs, an sein Ziel zu gelangen. Ihm zur Seite steht seine Old Lady Gemma Teller Morrow, die ihre Stellung als First Lady mit allen Mitteln verteidigt und vor nichts zurückschreckt, um den Club und ihre Familie zu beschützen. Ihr Sohn, Jackson Jax Teller, ist der Vizepräsident des MCs und steht für die nächste Generation des Clubs. Als er das Tagebuch seines, bei einem Motorradunfall verstorbenen, Vaters entdeckt, stellt er viele von Clays Entscheidungen in Frage und sucht seinen eigenen Weg in der Hierarchie des Motorradclubs. Dabei steht im Tara Knowles, Ärztin im städischen Krankenhaus und die Jugendliebe von Jax, zur Seite, die jedoch immer mehr aus seinem Schatten heraustritt und einen Machtkampf mit Gemma führt, den sie eigentlich nur verlieren kann.
Im Verlauf der Serie müssen sich die Mitlgieder des Clubs zwischen Clay und Jax entscheiden, was besonders dem Sgt. at Arms Alexander Tig Trager und dem Intelligence Officer Juan Carlos Juice Ortiz nicht immer leicht fällt, denn jahrelange Freundschaft wiegt nicht automatisch stärker als die Loyalität zu dem Club. Für die restlichen Mitglieder des harten Kerns wie Opie Winston, dessen Vater Piermont Piney Winston, Filip Chibs Telford und Robert Bobby Elvis Munson sind die Fronten klar und sie wissen auf welcher Seite sie stehen.
Der interne Konflikt erfordert einige blutige Opfer und als wäre das nicht genug, schnüffelt das ATF, eine Abteilung der Bundespolizei, in den illegalen Machenschaften der Sons of Anarchy herum. Die zuständige Agentin wirbelt nicht nur Staub sondern auch ordentlich Leichen auf. June Stahl sticht das Messer tief in die Mitte von SAMCRO, dreht und puhlt damit genüsslich in der Wunde herum, bis jede Menge verbrannter Erde zurückbleibt und mehr als nur ein wenig Schaden angerichtet wurde.
Nur gut, dass der Motorradclub den Sheriff von Charming, Chief Wayne Unser, auf ihrer Seite weiß und so mehr als einmal dem ATF ein Schnippchen schlagen kann.

Das alles hört sich nach einer typisch klischeehaften Verfilmung der Bikerszene an, aber dem ist nicht so. Kurt Sutter versteht es die einzelnen Charaktere perfekt zu skizzieren und ihnen die Freiheit zu geben sich selbst zu entfalten. Die Drehbücher sprühen vor Ironie und Wortwitz und nicht selten muss ich vorm TV laut loslachen, wenn Unser wieder einen trockenen Kommentar von sich gibt oder Gemma mit einem Skateboard zur Hochform aufläuft.
Die Serie gibt einem so viel mehr als diese Ausbrüche von Heiterkeit. Hier geht es neben dem Herumgeballere, heißen Öfen und scharfen Bräuten, Drogen und Prostitution, auch um die Funktionalität eines Motorradclubs.
Es darf an der bedingungslosen Loyalität und Freundschaft der Mitglieder ebenso teilgenommen werden, wie an der vermeindlichen Freiheit des Outlaw-Daseins. Man bekommt Einblick in die Freude, die Zweifel und auch das Leid, was dieses Leben mit sich bringt. Das Gefühl in diese Welt hineingezogen zu werden, mit den Charakteren mitzuleiden und sich zu freuen ist ein intensives Fernseherlebnis, das sich wirklich lohnt. Leidenschaftlich verflucht man die Agentin vom ATF mit einer Inbrunst, die sonst nur bei großen Sportveranstaltungen zu Tage tritt.

Ich werde oft darauf angesprochen, was mich als Frau an dieser Serie anspricht, schließlich ist sie sehr brutal und die Rolle der Frau ist klar definiert, nicht unbedingt das Heimchen am Herd, aber nur als aus dem Hintergrund agierende Kraft. Ich habe damit kein Problem und überlasse die Kritik daran den Feministinnen unter uns. Was mich an Sons of Anarchy anspricht, sind die Werte Freundschaft, Loyalität und Familie. Die Attribute sind in unserer schnellebigen Gesellschaft kaum noch zu finden und gelten leider immer weniger.
Die grandiose Umsetzung der einzelnen Episoden, die auffällige Liebe zum Detail im Clubhaus der Sons oder in den Häusern der einzelnen Mitglieder ist unglaublich.
Hinzu kommt der logische Aufbau jeder einzelnen Staffel, an deren Ende man an den Punkt kommt und denkt Okay, das alles musste passieren um jetzt genau an diesen Punkt zu gelangen! Dieser Moment der Erkenntnis kommt einer Offenbarung gleich.

Die Serie ist mitreißend, die Cliffhanger der einzelnen Staffeln rauben einem den Atem und jede weitere Folge garantiert absolutes Suchtpotential.

Definitiv nicht nur eine Serie für Motorradfans, sondern für jeden, der eine gute Story, sympathische Charaktere und unvorhersehbare Handlungen mag.

Die zweite Staffel von Sons of Anarchy läuft ab dem 19. März 2013, immer um 22:15 h auf Kabel 1.

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Otfried Preußler

OtfriedPreußlerAls ich die Nachricht vom Tode des großartigen Otfried Preußler las, war ich traurig. Die kleine Hexe, das kleine Gespenst und der kleine Wassermann gehörten zu den ersten Büchern, die ich gelesen habe.
Ich werde hier nicht den beeindruckenden Werdegang von Otfried Preußler wiedergeben, ich möchte diesem wunderbaren Autor, von so vielen wunderbaren Kindergeschichten, nur ein kleines Andenken setzen.

Ruhe in Frieden! Ich danke Otfried Preußler für die vielen Helden die er in mein und mit Sicherheit in viele andere Kinderzimmer gebracht hat.

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Ein ereignisreiches Wochende

Bewölkter_HimmelKennt ihr das wenn ihr morgens beim Aufstehen schon merkt, es wäre besser sich die Bettdecke über den Kopf zu ziehen und den Tag vorüber gehen zu lassen? Schlimm sage ich euch, besonders wenn man das Gefühl ein ganzes Wochenende, inklusive Freitag, nicht los wird.

Freitags morgens, mitten in der Nacht, ist unserer Katze wohl langweilig und sie beschließt, die untere Etage unseres Hauses mit ausgewürgten Haarballen und ihrem halben Mitternachtssnack zu verschönern. Ich bin direkt hellwach, mit wirrem Haar sprinte ich die Treppe herunter, weil unsere Hündin nichts Besseres zu tun hat zum Tatort des Verbrechens zu wetzen und die Hinterlassenschaft meiner Katze aufzufressen. Eklig ich weiß, aber sie ist und bleibt nun mal ein Hund. Als der erste Adrenalinkick verebbt und ich unseren Hund mühsam weggeschleift habe, reinige ich gähnend den Teppich und hadere damit, warum Katzen immer darauf kotzen müssen. Egal wie klein so ein Stück Stoff ist und wie viel Fließen und Laminat im Haus verlegt sind, generell wird immer auf den Teppich gespuckt.

Meine Augen verweigern mir den Dienst, schließlich ist noch Nacht und ich ziehe mich am Treppengeländer wieder mühsam nach oben und kuschle mich in mein mittlerweile kaltes Bett. Zufrieden seufzend drehe ich mich zur Seite und bin froh noch zwei Stunden schlafen zu dürfen, da landet ein fauchendes etwas auf meinem Bauch und entlockt mir ein schmerzhaftes Grunzen. Kurze Zeit später gesellt sich der Hund dazu und in unserem Schlafzimmer ist plötzlich eine tierische Party im Gange, an Schlaf ist jetzt nicht mehr zu denken. Abwechselnd schimpfe und fluche ich und bin erleichtert als mein Wecker mich erlöst und ich aufstehen kann.
Ich rette mich vor den Bestien ins Badezimmer und beginne mit meiner Morgentoilette, Haare waschen, Zähne putzen, Duschen.
Im Flur herrscht Krieg, Katze gegen Hund. Unbeeindruckt weiche ich den Krallen und Pfoten aus,  eile ich die Treppe hinunter, greife nach der Hundeleine und mache mit Amy den ersten Spaziergang des Tages. Es nieselt ein wenig und ich denke bis zum Feld und wieder zurück passt das! Kaum dort angekommen fängt es an wie aus Eimern zu regnen und ich sehe aus wie ein begossener Pudel.
Auf der Arbeit wird es nicht besser, ich bin davon überzeugt das Bill Gates mich hasst, die Technik ein Eigenleben hat und das die Kaffeemaschine nicht explodiert ist nur meinem Kollegen zu verdanken.
Ich bin heilfroh als ich Feierabend machen kann und fahre nach Hause, ramme dabei beinahe einen LKW und die Tankleuchte piepst nerv tötend, während sich die Anzeige rasant gen Null bewegt. Kurz überlege ich es drauf ankommen zu lassen, doch ich beschließe an diesem Tag mein Glück nicht herauszufordern und fahre zur Tankstelle.

Natürlich stoße ich mir dem Kopf beim Aussteigen aus dem Auto und bekleckere mich beim Tanken mit Benzin, aber hey, die Tankstelle steht noch. Mit einem erleichterten Uff fahre ich nach Hause und lege mich auf die Couch. Eigentlich wollte ich die Wohnung putzen, traue mich aber nicht und ziehe mir tatsächlich die Decke über den Kopf. Das funktioniert, bis mein Magen laut knurrt und heftig nach etwas essbarem verlangt. Vorsichtig gehe ich in die Küche, stelle den Backofen an und beäuge misstrauisch den Inhalt des Gefrierschrankes. Ich entscheide mich für Baguettes, kontrolliere peinlich genau die Temperatur des Backofens und stelle den Timer. Ich heule fast vor Dankbarkeit, als die Zeitschaltuhr schrillt, die Küche nicht abgefackelt ist und meine Baguettes goldbraun vor sich hin brutzeln. Ich schaffe es mein Essen ohne mich zu verbrennen aus dem Ofen zu nehmen und gehe beschwingten Schrittes zur Couch. Ich öffne die Cola Flasche und stehe augenblicklich unter einer Cola Dusche. Eilig stopfe ich mein Essen in mich rein, nachdem ich die Sauerei weggewischt habe, decke mich zu und warte bis mein Freund nach Hause kommt.

Der Samstag startet gut, beim Einkaufen stolpere ich über keine Rentner und der Einkaufswagen verschlingt mich auch nicht. Vorsichtig optimistisch schwinge ich den Staubwedel zu Hause und werde vom hysterischen Klingeln meines Telefons unterbrochen. Meine Schwester fragt an ob ich mit ihr Getränke einkaufen gehe. Leichtsinnig wie ich an diesem Tag bin sage ich erfreut zu, werfe den Staubwedel in die Ecke und fahre zu meiner Schwester. Das grellrote Leuchten des Schildes wo in großen Lettern LASS ES SEIN steht, ignoriere ich geflissentlich. Und dann, beim Manövrieren meines Autos in dem verflixt engen Hof meiner Schwester, passiert es! Man hört nur noch ein dramatisches knirschen und mein Auto schrammt an der Mauer entlang. Die hintere Tür ist vollkommen verkratzt und meine Schwester ist außer sich, ich ringe mir ein müdes Lächeln ab und beruhige sie.  Sprudelkästen ins Auto, ab in den Laden und wieder zurück.

Endlich bin ich lebend wieder daheim und der Übermut packt mich erneut. Ich greife zu meinem Staubsauger, er und ich haben ein inniges Verhältnis, es ist immerhin schon Gerät Nummer 13. Alles funktioniert, doch die Stehlampe und der Staubsauger scheinen  Eheprobleme zu haben und WUSCH, zerspringt die Lampe in ihre Einzelteile. Ich bin fest entschlossen mich nicht unterkriegen zu lassen und sauge weiter, unfassbarer Weise passiert an diesem Abend sonst nichts mehr, was wohl daran liegt, das ich mir erneut die Decke über den Kopf ziehe.

Sonntag früh klingelt der Wecker erneut mitten in der Nacht, ich wanke ins Badezimmer und richte mich ermattet her damit die Kunden der Zeitung die ich zustelle, nicht vor Schreck die Tür ins Schloss werfen. Die kalte Morgenluft lässt meine Lebensgeister erwachen und ich bin zügig auf meiner Tour unterwegs. Ich begehe den verhängnisvollen Fehler die Tour etwas abzuändern und beliefere eine Straße früher als sonst und stelle mein Auto ab, der Schlüssel steckt. Noch nicht einmal 20 Sekunden bin ich um die Ecke, da höre ich das vertraute Knarzen des Rückwärtsganges meines Autos. Eine Schreckliche Ahnung erfüllt mich und ich renne zurück, nur um zu sehen wie die Rücklichter meines Wagens in der Dämmerung glühen und jemand mit Vollgas und quietschenden Reifen davonfährt. Ich habe das Gefühl einen Alptraum zu durchleben. Mein Freund denkt, ich nehme ihn auf den Arm, als ich ihm mit erstaunlicher Gelassenheit am Handy erzähle dass mein Auto geklaut wurde. Kurz darauf melde ich den Diebstahl der Polizei. Die Freunde und Helfer sind schnell zur Stelle und nehmen meine Aussage auf, fragen mich ständig nach dem Ablauf und müssen sich bestimmt das Lachen verkneifen, als sie hören dass ich den Schlüssel habe stecken lassen. Ich könnte mich selbst ohrfeigen, denn mir ist klar dass keine Versicherung für den Schaden aufkommt. Ich sitze eingequetscht auf der Rückbank des Einsatzfahrzeugs, während die Polizei die nähere Umgebung absucht und mich unverrichteter Dinge nach Hause fährt. Dort angekommen bekomme ich erst einmal einen kurzen Heulkrampf, schließlich ist mein geliebtes Auto verschwunden. Schnell setze ich einen Post in Facebook ab, immerhin wohnen viele Bekannte in der Gegend wo die Tat passiert ist und informiere meine Schwestern. Ich will mein Auto wieder haben!

Schließlich dränge ich Francesco noch einmal zum Tatort zu fahren und mir fallen fast die Augen aus, als ich meinen heißgeliebten Wagen auf dem fünfhundert Meter entfernten Parkplatz stehen sehe. Erneut rufe ich die Polizei an, informiere meine Schwestern sowie die Eltern meines Freundes und warte. Wie im Film werden wir darauf hingewiesen nichts anzufassen. Empört kucke ich mein Handy an.  Hallo? Ich kucke CSI! Endlich sind die Beamten vor Ort und untersuchen das Auto, es ist offen, meine Erleichterung ist grenzenlos. Dann entdecke ich dass der Autoschlüssel fehlt, eine Katastrophe! Haustürschlüssel, Zugangschip für die Arbeit, nicht zu vergessen die schönen Schlüsselbänder, für immer verloren. Mein USB-Stick mit meiner Musik – ebenfalls weg! Aber zumindest sind die Zeitungen noch da. Ich fahre mit meinem Freund seinem Auto nach Hause, stecke den Ersatzschlüssel ein und setze die Tour eiskalt fort, funktioniere nur noch wie auf Autopilot, verteile mechanisch die Zeitungen an die Abonnenten und bin fix und fertig, als wir endlich zu Hause ankommen. Trotz allem wird es noch ein schöner Sonntag, meine Schwestern kommen vorbei, lenken mich ab und lassen den Tag mit einem Lächeln enden. Am Abend falle ich Todmüde ins Bett und auch der Superbowl schafft es nicht mich vom Schlafen abzuhalten. Mein letzter Gedanke I’m alive. 

Quelle des Bildes: Alexa Gr.

Grimm – Pilot

GrimmGestern Abend flimmerte die erste Episode der Serie Grimm über den Bildschirm. Zuerst wollte ich gar nicht einschalten, denn ich stellte mir die Frage ob das deutsche TV, neben Once upon a Time, noch eine Serie die sich mit den Märchen der Gebrüder Grimm beschäftigt, braucht. Nach fünf Minuten konnte ich diese Frage eindeutig mit einem klaren JA beantworten.

Die Episoden der Serie werden immer mit einem Zitat aus einem Märchen der Gebrüder Grimm eingeleitet. Wer in der Welt der Märchen zu Hause ist, erkennt schnell mit welchen Figuren sich die jeweilige Episode beschäftigen wird.
Die Einführung der Charaktere fand ich sehr gelungen und natürlich weiß man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau, wer Freund und wer Feind ist.
Die Idee, die Märchen mit einem Kriminalfall zu verbinden kommt neu und bisweilen auch etwas gruselig daher. Für Kinder ist die Serie definitiv nicht zu empfehlen.

Nick Burckhardt, Detective der Mordkommission Portland, entstammt der alten Blutlinie der Grimms, die übernatürliche Wesen jagen und bekämpfen. Nick ahnt nichts von seiner Fähigkeit, die Kreaturen die sich hinter ihrer Maske als Mensch zu tarnen versuchen, erkennen zu können, bis seine schwer kranke Tante Marie bei ihm zu Hause auftaucht und beginnt ihn in die Geheimnisse der Familie einzuweihen. Ihr bleibt nicht mehr viel Zeit, da der Krebs sie schwächt und sie der Aufgabe einer Jägerin nicht mehr lange gewachsen ist. Sie reicht die Bürde der Grimms, in Form eines geheimnisvollen Schlüssels, an Nick weiter und wird von einem Sensenmann angegriffen den sie heldenhaft niederstreckt, bevor sie selbst verletzt zusammenbricht. Nick begreift noch nicht, dass seine Welt aus den Fugen gerät und kann den Worten seiner Tante nicht ganz den Glauben schenken, den sie verdienen.

Im Verlauf der Serie versucht Marie von ihrem Totenbett aus Nick zumindest ein wenig von ihrem Wissen mitzuteilen, doch sie stirbt nach einem Angriff im Krankenhaus in seinen Armen und viele Fragen bleiben ungeklärt. Zuvor konnte sie ihm dennoch den Hinweis geben, ihren Wohnwagen, der Waffen und Informationen über die andere Welt enthält, zu verstecken.
Während sich Nick immer mehr in die mystische Welt der Märchen vertieft, wird schon im Pilot deutlich, dass die Beziehung zu seiner Freundin Juliette durch die Berufung als Jäger auf eine harte Probe gestellt wird.
Da Nick von nun an bei der Jagd auf das Übernatürliche auf sich allein gestellt ist, wendet er sich an einen ehemaligen Verdächtigen, der jedoch zu Unrecht des Mordes beschuldigt wurde, Eddie Monroe. Er ist ein sogenannter Blutbader, diese Spezies lässt einen an den bösen Wolf aus Rotkäppchen denken. Eddie hat jedoch dem Blut abgeschworen und ernährt sich vegetarisch. Der Blutbader kommt etwas exzentrisch daher, was ihn umso sympathischer wirken lässt, da sein Herz am rechten Fleck sitzt. Die Dialoge zwischen Nick und dem Bader zeichnen sich durch eine Ironie und Komik aus, die den Gruselfaktor ein wenig abschwächen, welcher einen in manchen Szenen packt. Eddie gibt Nick wertvolle Informationen im Kampf gegen die übernatürliche Macht die er bekämpfen muss und es sieht ganz danach aus, als würde der Blutbader dem Jäger der Grimms in den weiteren Episoden treu zur Seite stehen.

Wenn ich die Wahl zwischen Once Upon A Time und Grimm habe, wähle ich definitiv Grimm! Die Umsetzung der Special Effects ist nicht auf dem Niveau der Hollywoodblockbuster, aber für eine Serie mit einem begrenzten Budget ordentlich umgesetzt. Die Episoden sind kurzweilig, die Story rasant.In keiner Minute kommt das Gefühl von Langeweile auf, der Gruselfaktor kommt nicht zu kurz und der Spannungs- und Handlungsbogen wird nicht überreizt oder zu langatmig gestaltet.

Aktuell wird die Serie in 50 Ländern übertragen, die zweite Staffel pausiert in den USA im Augenblick und wird dort Mitte März fortgesetzt.
Natürlich ist die Prognose über den Erfolg der Serie noch ein wenig zu früh, dennoch darf man gespannt sein, was die nächsten 20 Folgen der ersten Staffel für Überraschungen bereithalten.

Die Serie dürfte für alle, die sich dem Fantasygenre verschrieben haben einen Blick wert sein und den ein oder anderen in seinen Bann ziehen.

 

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NCIS – Trauma Teil II S10/E7

NCIS-TeamDie Episode beginnt mit einer Rückblende zu den Geschehnissen in Afghanistan, in Folge dessen einer von den Kameraden des Captains starb. Es stellt sich heraus, dass Joe Westcott ein Flashback durchlebt, der von Gibbs unterbrochen wird.

In einem Gespräch mit Ducky, dass den traurigen Backround von Randall J. Kersey beleuchtet, gibt Gibbs seine Gründe für das auffällige Engagement dem Captain helfen zu wollen preis.
Er selbst befehligte Truppen im Krieg und schickte die Soldaten, die Symptome einer PTSD zeigten nach Hause, machte sich aber nie Gedanken darüber was sie dort durchlebten. Nun sieht er was die Soldaten die mit dieser Krankheit leben müssen, zu Hause erwartet und möchte Wiedergutmachung leisten.
Die Szene wird von Mark Harmon hervorragend umgesetzt und gespielt. Selten erhascht man einen solch tiefen Einblick in die Beweggründe von Gibbs Handlungen wie in diesem Moment.

Gibbs lässt nichts unversucht um Joe Westcott bei der Heilung zu helfen und bedient sich dafür der technischen Ausrüstung des NCIS. Die Kenntnisse von Abby sind dabei mehr als hilfreich, er lässt sie mit der neuesten Computertechnik die Ereignisse des Hinterhalts, in den Westcott und seine Kameraden gerieten, nachbilden. Für den ehemaligen Marine Captain eine zu schwere Bürde die alptraumhaften Minuten erneut zu durchleben, weshalb er den Versuch abbricht.

Gibbs gibt jedoch nicht auf und fährt mit Joe Westcott zu einem ehemaligen Freund, um eventuelle Informationen über Rendall und IJIL zu erfahren. Das Treffen verläuft katastrophal und Joe wird mit weiteren Vorwürfen seines alten Freundes konfrontiert, die bei ihm erneut einen Flashback auslösen. Bei dieser Szene lief es mir wirklich eiskalt den Rücken herunter.
Schließlich versucht Joe nochmals mit McCartney zu sprechen, doch dieser versteckt sich in seinem Haus und blickt durch die Glasscheibe der Tür, das Gesicht zu einer verbitterten Maske erstarrt, in das Gesicht seines alten Kumpanen. Die Mimik beider Männer zeigt in welcher Hoffnungslosigkeit sie gefangen sind, die nur jemand begreifen kann der die Schrecken des Krieges hautnah miterlebt hat. Ganz stark gespielt von beiden Schauspielern und hervorragend von den Kameras eingefangen.

Die Ermittlungen schreiten voran, das Team macht Rendalls Freundin ausfindig, die nicht das ist, was sie vorgibt zu sein und eine weitere Komplizin von dem Terroristen wird aufgespürt, die das Team letztlich zu Rendall selbst führt. Schließlich werden die beiden Bomben gefunden, eine davon auf einem Empfang des Botschafters, bei dem Rendalls Freundin das Catering durchführen sollte, die andere wird bei der Verhaftung Rendalls sichergestellt.
Nachdem der Terrorist in Gewahrsam ist und beide Bomben sichergestellt sind, fährt Gibbs erneut mit Joe nach Virginia zu McCartney. Dieser gibt dem Marine Captain den wichtigen Hinweis, dass er seine Leute, nicht wie er angenommen hatte im Gefecht zurückließ um sich selbst zu retten, sondern sein Leben riskierte um einen tödlich verwundeten Soldaten aus den Händen der Feinde zu befreien. Es scheint eine Annäherung zwischen den beiden alten Freunden zu geben und Joe kann nun endlich damit beginnen sich selbst zu verzeihen, ein wichtiger Schritt in Richtung Genesung.

Der Fall ist abgeschlossen und somit ist auch klar, dass es keine Haupthandlung in Staffel 10 zu geben scheint, was ich sehr erfrischend finde.

Der Nebenplot dreht sich dieses Mal um Ziva, die am Anfang der Folge versucht Karten für eine Oper zu bestellen, diese jedoch ausverkauft ist. Verzweifelt sitzt sie an ihrem Schreibtisch und flucht auf Arabisch, was natürlich die Aufmerksamkeit von Tony und McGee erregt. Besonders Tony, die personifizierte Neugierde, lässt keine Möglichkeit unversucht herauszubekommen mit wem sich Ziva zur Top 3 aller Dates trifft.
Während der Überwachung eines Supermarktes gesteht Ziva, dass sie jedes Jahr am Todestag ihrer Schwester Tali eine Oper besucht um ihr zu gedenken. Tali liebte die Oper und hatte selbst den Traum eines Tages auf der Bühne zu stehen. Doch in diesem Jahr waren keine Karten mehr zu bekommen und sie fühlt sich, als würde sie das Andenken an ihre Schwester verraten. Tony ist sichtlich erschüttert und bietet ihr wortlos Trost. Der Moment endet jedoch abrupt, als die Verdächtige erscheint.
Am Ende der Episode sind die beiden allein im Büro, während die restlichen Teammitglieder auf dem Weg zu Gibbs sind, wo ein großes Thanksgiving Essen veranstaltet wird. Tony startet eine CD und die Klänge einer Oper von Puccini erfüllen das Büro, während er sich auf den Weg zu Gibbs macht und Ziva die Möglichkeit gibt Tali zu gedenken.

Emotional, aufwühlend und tiefgründig flimmerte die Episode über den Bildschirm. Es wurde erneut das Leid der Posttraumatischen Belastungsstörung dargestellt, die Probleme, die das Krankheitsbild mit sich bringen, noch realistischer und eindringlicher dargestellt, ohne übertrieben zu wirken.
Hier wird die Gradwanderung von der schöpferischen Freiheit Hollywoods und der Realität in Perfektion ausgeübt. Eine großartige Folge, die man sich, wenn man sie verpasst hat, auf jeden Fall in der Online Mediathek von Sat 1 ankucken sollte.

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Pferdefleisch all überall

Pferdefleisch-Skandal-erreicht-DeutschlandDa das Wochenende, abgesehen von den alltäglichen Pflichten die ich zu erledigen hatte, recht ereignislos an mir vorüberzog, kam ich trotzdem an einem Thema nicht vorbei.

EIN SKANDAL epischen Ausmaßes wurde aufgedeckt. Es wurde Pferdefleisch in so ziemlich jedem Fertigprodukt bei den bekannten Discountern nachgewiesen und somit ist das Pferd in aller Munde, ob gewollt oder nicht!

Ich persönlich verstehe natürlich dass ein lauter Aufschrei durch ganz Deutschland geht, es ist eine Schweinerei wie wir Verbraucher hinters Licht geführt werden, aber mal ganz ehrlich, kommt das alles wirklich überraschend?

Schließlich müssen die Hersteller die Kosten gering halten, um mit den Dumpingpreisen im Regal von Aldi, Netto, Lidl & Co. ein paar Millionen mehr in die Unternehmenskassen zu spülen. Wer letztlich auf der Strecke bleibt sind die Verbraucher und natürlich die Tiere, die erst tausende von Kilometer quer durch Europa gekarrt werden, um unter unvorstellbaren Bedingungen geschlachtet zu werden, nur damit sie zu Hackfleisch, Gulasch oder ähnlichem wieder zurück ins Ursprungsland ihren Weg finden.

Ich persönlich kaufe natürlich auch einmal eine Dose Ravioli, Pizza oder ähnliches aus dem Fundus der Fertigprodukte, davon spreche ich mich nicht frei. Ich hatte aber schon immer die Einstellung, dass selbstgemachtes einfach am besten schmeckt. (Ich muss zugeben, nicht ich sondern mein Freund schwingt zu Hause den Kochlöffel und glaubt mir, das ist auch besser so.)

Davon abgesehen, dass ich meine Mahlzeiten nicht selbst zubereite sondern lieber esse als schwitzend und fluchend am Herd zu stehen, weiß ich gern was sich da auf meinem Teller tummelt und in großen Teilen stimmt mein Freund dem zu. Aber auch wir haben so unsere Momente und da kommt anstatt eines lecker zubereitenden Essens, Döner oder eben ein Gericht aus der Tiefkühltruhe auf den Tisch.
Oh Schreck, ich habe bestimmt in den letzten Monaten Pferdefleisch gegessen! Was mach ich jetzt? Hilflos die Hände überm Kopf zusammenschlagen hilft jetzt auch nichts mehr und zudem ist das ganze Zeug schon längst in die Toilette gewandert und zehnmal durch die Kläranlage gespült worden, bis nichts mehr von der Verfehlung ein PFERD verspeist zu haben übrig geblieben ist.

Ja es war nicht richtig uns Verbraucher im Dunkeln zu lassen was genau für Zutaten in den Ravioli, in Kebab & Co. verarbeitet worden sind, aber jetzt wissen wir es und JETZT können wir Verbraucher handeln. Also Finger weg von den Billigprodukten und bei der Qualität um die Ecke, beim Metzger des Vertrauens, sich ein Stück Steak in die Tasche packen lassen. Und wie viele werden dieses Umdenken wagen? Ich wette von 100 noch nicht mal 10! Natürlich ist es teurer, aber dann gibt es eben anstatt fünfmal in der Woche Fleisch nur dreimal ein Schnitzel oder Steak zwischen die Beißer! Unsere Eltern und Großeltern hat es auch nicht geschadet weniger Fleisch zu essen, also wird es uns auch nicht gleich umbringen.

Die Hysterie ist groß, die Umsätze für Fertigprodukte werden für einige Wochen in den Keller rauschen, Firmen werden dem Pleitegeier zum Opfer fallen und viele werden den Weg zur Arbeitsagentur gehen müssen. Doch wenn sich alles wieder beruhigt hat und Bild auf Seite eins den nächsten Skandal in großen Lettern der Welt verkündet, werden die ersten wieder zu Aldi, Lidl, Netto, Rewe und all den anderen Discountern schleichen und verschämt die neuen, natürlich streng geprüften, Fertigprodukte kaufen.

Das war beim Rinderwahn der Fall, man hatte damals das Gefühl die Leute wären alle schon längst befallen vom Wahnsinn, bei der Vogelgrippe und dem Dioxinskandal gab es ebenfalls diese von der Presse hochgepushte Hysterie. Und auch diesmal wird der Sturm vorüber ziehen und nichts wird sich geändert haben. Doch eines! Die Drahtzieher werden schlauer agieren und sich nicht mehr erwischen lassen.

In diesem Sinne, lasst es euch schmecken

Herzhaft in meinen Döner beiß!

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