6 Monate Schwanger – von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt

6MonateSchwangerAls ich Mitte November das positive Testergebnis auf dem Schwangerschaftstest ablas, war ich außer mir vor Freude! Endlich ein Baby. Mein Freund und ich hatten die Hoffnung schon aufgegeben und plötzlich hatte es PENG gemacht! Nichts und niemand konnte mich zu diesem Zeitpunkt auf die nächsten Monate vorbereiten, natürlich kannte ich die Klischees von wegen „Saure Gurken und Schlagsahne“ Hormonellbedingte Gefühlsausbrüche, Morgenübelkeit etc. Ich war mir so verdammt sicher das mir das alles nicht passieren würde. Jetzt, einige Monate später weiß ich es besser!Diese unbändige Freude über das ungeborene Leben lässt einen schier vor Freude übersprudeln und man schiebt alles beiseite, denn jetzt zählt nur noch eines: Das Baby!

Halt! So ganz stimmt das nicht, die Frau in einem zählt auch noch. Es ist unglaublich was für eine Wertschätzung eine schwangere Frau erfährt! Plötzlich muss man keine schweren Sachen mehr heben, die meisten Menschen sind sehr zuvorkommend sobald das Bäuchlein zu sehen ist und überhaupt sind alle darauf bedacht einem das Leben so leicht wie möglich zu machen. Ich bin mir sicher, niemals werde ich diese Art und Weise der Behandlung nochmal so intensiv erleben dürfen als in einer, in dieser, Schwangerschaft!

Anfangs wollte mein Freund mich in Watte packen, für mich unverständlich, schließlich bin ich „nur“ Schwanger und nicht krank. Natürlich habe ich von Anfang an keine schweren Taschen oder Kartons mehr selbst getragen, viel zu kostbar ist dieses kleine Lebewesen ,das in mir wächst, als das ich es durch falschen Stolz gefährden würde! Dennoch habe ich meine Arbeiten, die ich sonst auch mache, weiterhin erledigt. Ich fühlte mich zwar zu Anfang Hundemüde und hätte 24 Stunden am Tag schlafen können, aber ich war zu Beginn der Schwangerschaft einfach nur überglücklich was mir ungeahnte Kräfte verlieh.

Aber dann kam der Tag X! Ich konnte morgens nicht aufstehen, sonst hätte ich mich übergeben. Mir war so schlecht! Ich hatte noch niemals im Leben vorher eine solche Übelkeit erlebt. Klischee Nummer eins „Morgenübelkeit“ hatte ich also bestätigt. So ein Mist! Ich kämpfte verbissen gegen diese Übelkeit und gewann, während mein Freund sich weggrinste! Ich hätte ihm am liebsten ein Buch an den Kopf geworfen. Gott sei Dank ereilte mich diese Übelkeit nur weitere drei Mal, dann hatte ich sie überstanden.

Klischee Nummer zwei „Heißhungerakttacken“ brachte ich mit voller Bravour hinter mich und trieb meinen Freund nahe an die Verzweiflung. Bei mir waren es keine Sauren Gurken mit Schlagsahne, nein, ich hatte zu den unmöglichsten Zeiten Hunger auf Rote Beete (die hatte ich seit meiner Kindheit nicht mehr gegessen), Melonen, Erdbeerjoghurt aus meiner Jugend, den man nur noch in einem Geschäft in unserer Gegend bekommt, Paprika mit Zaziki und Pralinen. Mittlerweile haben wir einen Grundstock von allem im Haus auf was ich Lust haben könnte, so ist es einfacher für meinen Freund und auch für mich!

Nummer drei auf der Liste der Klischees „seltsame Esskreationen“ strich ich unbewusst von der Liste und konnte hinterher nur staunen. Zunächst hatte ich Lust auf saure Gurken (jaja ich weiß!) dann kam der Erdbeerjoghurt! Als ich den leeren Joghurtbecher neben das Gurkenglas stellte musste ich lachen und dachte mir „Verdammt, ins Netz gegangen“ Abends kam dann noch Popcorn mit Multisaft dazu. Das hat mein Magen nicht so gut weggesteckt…. wen wunderts.

„Emotionale Berg- und Talfahrt“ das Klischee Nummer vier bediene ich immer noch und kann nichts dagegen tun. Bei einer Folge von Greys Anatomy musste ich bei jedem Dialog weinen und auch gleichzeitig lachen, weil mein Freund mich total entgeistert ansah. Ich bin sonst nah am Wasser gebaut, aber DAS war dann doch auch für meine Verhältnisse ungewöhnlich. „Das sind die Hormone“ presste ich zwischen einer Heulattacke und einer Lachsalve hervor und putzte mir die Nase.
An anderen Tagen lache ich über jede winzige Sache so sehr das ich Muskelkater in den Bauch bekomme und Angst habe mein Baby bekommt nicht genug Sauerstoff.

Alles ist spannend, jede kleine Entwicklung und ich glaube zum ersten Mal im Leben freue ich mich über jedes Gramm das ich zunehme. Als ich meine „normale“ Jeans nicht mehr zubekam rannte ich mit einem Grinsen im Gesicht durch die Gegend und kaufte mir noch am selben Tag eine Schwangerschaftsjeans. Wobei ich hier sagen muss, Schwangerschaftsmode = verdammt teuer. Da ich jedoch keine „Normfigur“ habe, muss ich mir einiges neu kaufen, doch ich gebe das Geld gerne aus und staune immer wieder aufs neue wie schön sich mein Bauch in dieser speziell auf Schwangere zugeschnittene Kleidung hervortut.

In keiner anderen Lebenssituation fiebert man dem Termin bei dem Gynäkologen so entgegen wie in einer Schwangerschaft. Vorher zögerte ich die Termine bis zum geht nicht mehr hinaus, jetzt kann ich es kaum erwarten das Baby auf dem Ultraschall zu sehen. Gerade in den ersten drei Monaten, wo man noch nicht die Bewegungen des Kindes wahrnehmen kann, sind dies die Augenblicke wo der kleine Mensch erst richtig real wird!

Die ersten Bewegungen zu spüren ist ein kleines Wunder, ich kann es nicht anders beschreiben und ich werde den Tag niemals vergessen als ich das erste Mal ein Flattern im Bauch spürte. Ein herrliches Gefühl und pure Freude inklusive. Mittlerweile tanzt unser kleines Mädchen, ja endlich wissen wir es, Samba in meinem Bauch, mit Vorliebe Abends, und jede Bewegung zaubert ein Lächeln auf mein Gesicht, manchmal auch Erstaunen, wieviel Kraft in so einem kleinen Menschenwesen steckt!

Ich habe jetzt über die Hälfte meiner Schwangerschaft hinter mich gebracht, bemerke stets neue Veränderungen an meinem Körper, aber auch in meinem Verhalten, ich bin zum Beispiel viel gelassener als vorher, und bin sehr gespannt was das letzte Drittel meiner Schwangerschaft noch zu bieten hat.

Was ich sehr, sehr schade finde ist die Tatsache das man gezwungen ist viele Behördengänge zu absolvieren, die zwar informativ sind aber zu keinem Ergebnis führen, unglaublich viele Termine zum Aussuchen des Krankenhauses absolviert werden müssen und auch sonst der Verwaltungsaufwand recht hoch ist. Hier würde ich mir wirklich eine Entlastung für alle Schwangeren wünschen.

Wir werden in jedem Fall sehen was die nächsten Monate noch bringen werden, ich werde euch in jedem Fall auf dem laufenden halten 🙂

 

Eure schwangere Alexa

4 Gedanken zu “6 Monate Schwanger – von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt

  1. Ach ich das schön geschrieben <3. Ich freue mich immer noch so sehr für dich Süße, und ich bin soooo gespannt darauf, wenn du uns das erste Foto von deiner kleinen Prinzessin zeigst.

    Küsschen, Ally

    • Danke dir 😀 Ja das bin ich auch wie unser Töchterchen aussieht 😀 und klar präsentiere ich ein Foto, der Mutterstolz wird mich beinah platzen lassen hihi

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