Die guten alten Zeiten….

Die_guten_alten_ZeitenMein Urlaub liegt jetzt über vier Wochen zurück und ich habe mich noch immer nicht in meinem „Alltag“ zurecht gefunden. Dieser „alte Trott“ ist zu laut, zu hektisch, mit sehr viel Verantwortung verbunden. Ganz anders als die Urlaubszeit, die zwar, typisch für mich, sehr turbulent war und dennoch mein Leben entschleunigt hat. Seit der Rückkehr von Italien nach Deutschland bin ich am reflektieren und überlegen, wie ich hier in meiner Heimat, das „Dolce Vita“ Italiens für mich umsetzen kann. Was mir besonders fehlt, ist das Gefühl der Leichtigkeit im Leben. Ich bewundere Menschen, die in der Lage sind alles so zu nehmen wie es kommt, ohne sich Gedanken zu machen wie es weiter geht oder sich an den Dingen des „JETZT“ zu stören.

Mir gelingt das nicht wirklich. Im Augenblick vermisse ich „die gute alte Zeit“, in der die Geschäfte während der Woche „nur“ bis 18:00 Uhr geöffnet hatten und Donnerstag bis 20:30 Uhr, Samstags noch alle zwei Wochen Unterricht war und die Geschäfte um 14:00 Uhr bzw. um 16:00 Uhr ihre Pforten geschlossen haben.
Zu der Zeit war ich gerade ein Teenager und ja meine beste Freundin und ich haben uns immer gewünscht dass die Geschäfte in unserer City längere Öffnungszeiten haben, aber jetzt, wo das Gesetz eine tägliche Öffnung bis 20:00 Uhr ermöglicht, sehe ich rückblickend, dass wir früher viel mehr davon hatten als heute.

Wenn ich heute den Wocheneinkauf erledige, bin ich oftmals vollkommen überfordert und stehe ratlos vor den vollen Produktregalen.
Allein das Shampooregal umfasst in den großen SB-Läden wie Real oder Globus bestimmt 10 m. Ich glaube 20 Firmen bieten allein in diesem Segment insgesamt mindestens 300 Produkte an. Von Shampoo für choloriertes Haar (inkl. oder exclusive Spülung) bis Anti-Schuppenschampoo oder für lockiges Haar, für strapaziertes und trockenens Haar usw.
Ich stelle mir oft die Frage ob wir diese Vielfalt tatsächlich benötigen. Ist weniger manchmal nicht mehr? Wozu brauchen wir 100 verschiedene Schampoosorten? Früher gab es Timotei für blondes Haar, Schwarzkopf für dunkles Haar und Vidal Sassoon gegen Schuppen. Unsere Haare waren damals genauso gepflegt wie heute.
Dieses Beispiel lässt sich auf jede beliebige Produktsparte anwenden. Reinigungsmittel, Toilettenpapier, Süßigkeiten, Tiefkühlprodukte, Getränke etc.. Wir leben in einer Welt des Überflusses und es kommt immer noch mehr dazu.
Brauchen wir wirklich Cola, Cola Zero, Cola Sherry, Cola Vanille, Cola Vanille entkoffiniert und was es alles sonst noch so gibt.
Ich finde das erschreckend, denn letztlich kaufe ich doch eh immer dieselben Produkte, altbewährtes quasi.
Ging es uns in der Vergangenheit mit weniger Auswahl schlechter? Ich finde nicht. Generell waren wir entspannter, mit dem Einkauf schneller durch, zufriedener als heute. Die Gesellschaft des „immer mehr wollens“ ist das genaue Gegenteil. Konsumgüter soweit das Auge reicht, aber kuckt man in die Gesichter der Verbraucher, sehe zumindest ich meist Unzufriedenheit, abgespannte Blicke aus müden Augen, selten ein Lächeln.

Wo ist die Zeit hin in der alles entspannter, ruhiger und lockerer ablief? Ich erinnere mich so gerne an die Tage die endlos waren und ich trotz Hausarbeit, Einkauf und Bügeln genug Zeit zur Verfügung hatte meinen Hobbys nachzugehen, Zeit mit den Menschen zu verbringen die mir am Herzen liegen und trotzdem zufrieden zu sein.

Heute hetze ich nur noch durch die Gegend um alles möglichst schnell zu erledigen um zumindest noch ein wenig Zeit mit meiner Tochter verbringen zu können, bevor diese ins Bett geht.

Dabei arbeite ich heute „nur“ 28 Stunden, also Teilzeit, und doch sind meine Tage und auch die Wochenenden vollgestopft mit Pflichten und Terminen.
Ist es einfach nur weil ich älter geworden bin und mehr Verantwortung habe oder liegt der Grund hinter dem Gefühl der „Überflutung von Reizen“, dass uns der Überfluss anstatt Zeit zu schenken, Zeit nimmt?

Ich weiß es nicht, ich weiß nur, ich sehne mich nach der Zeit, wo die Wochenenden tatsächlich noch solche waren. Zeit für Freunde, Familie und einen selbst blieb und man tatsächlich noch das Gefühl der Erholung mit in die neue Woche transportierte.

Ich muss etwas ändern, denn ich möchte keine dieser Gestalten sein, die im Discounter abgehetzt und müde in der Schlange an der Kasse stehen, mit herabgezogenen Mundwinkeln.

Ich möchte mich am Leben erfreuen, anstatt davon erdrückt zu werden. Ich werde euch auf dem laufenden halten.

Eure Alexa

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