50 Shades of Grey – My View Kapitel 5

DISCLAIMER: Die Charaktere von 50 Shades of Grey gehören ausschließlich E. L. James. Ich verdiene kein Geld damit und habe auch sonst keinen finanziellen Nutzen davon.

FSK 18! Die Story ist für Kinder und jugendliche unter 18 Jahren nicht geeignet.

Als Anastasia erwachte, bemerkte sie zuerst diese wunderbare Stille und das gedämpfte Licht, welches das Zimmer spärlich beleuchtete.

Behaglich räkelte sie sich in dem Bett, schlug die Augen auf und genoss die Ruhe in der für sie ungewohnten Umgebung. Anastasia hatte keine Ahnung wo sie sich befand, auch wenn ihr das ungewöhnlich geformte Kopfteil des Bettes, es war einer riesigen Sonne nachempfunden, bekannt vorkam. Soweit sie erkennen konnte war der Raum groß und luftig, in edlen Braun, Gold- und Beigetönen gehalten, die sanft im Dämmerlicht leuchteten. Eine Wohltat für die Sinne.
Anastasia kramte verschlafen in ihren Erinnerungen.
Sie war mit Kate am Tag des Fotoshootings mit Christian in einem ähnlichen Zimmer gewesen. Das bedeutete wohl, dass sie sich im Heathman Hotel befand. Ana vermutete weiter, dass sie sich in der Suite von Christian Grey befand. Nur wie zum Teufel war sie hier gelandet?

Erinnerungsfetzen aus der vergangenen Nacht rauschten durch Anastasias Gedanken. Ihr exzessiver Alkoholgenuss, der Anruf bei Christian, José’s Übergriff, Christian, ihre Kotzorgie. Schnell verdrängte sie die unangenehmen Bilder und Gedanken vom Vorabend. Was war nach alldem passiert? Sie konnte sich absolut nicht erinnern wie sie in die Suite und in dieses Bett gekommen war. Anastasia erstarrte, nur um kurz darauf ruckartig die Bettdecke anzuheben. Erleichtert aufatmend bemerkte sie, dass sie zumindest noch mit einem T-Shirt, BH und einem Slip bekleidet im Bett lag. Ihre Jeans schien jedoch verschollen.

Anas Blick fiel auf den Nachttisch, auf dem ein Glas Orangensaft und zwei Aspirin für sie bereitlagen. Höchstwahrscheinlich von Christian dort deponiert. Dankbar schluckte sie die Tabletten, obwohl sie sich gar nicht so schlecht fühlte, zumindest deutlich besser, als nach so einem Saufgelage erwartet.

Als es an der Tür klopfte, schlug Anastasias Herz einen Purzelbaum und sie zog ihre Bettdecke bis zum Kinn hinauf. Bevor sie ihre Stimme fand, spazierte Christian Grey ohne ihr Auffordern abzuwarten, einfach ins Zimmer hinein. Er musste im Fitnessstudio gewesen sein, denn er war mit einer grauen Jogginghose, die tief auf seinen Hüften saß und einem grauen, ärmellosen T-Shirt, bekleidet. T-Shirt und Haare glänzten dunkel und Feucht vor Schweiß. Anastasia versuchte nicht daran zu denken wie er mit diesem Outfit beim Gewichtheben aussah und atmete tief durch. Sie schloss kurz die Augen und betete um Kraft.

„Guten Morgen, Anastasia. Wie fühlst du dich?“ Christians Stimme streichelte ihre Seele und sie öffnete ihre Augen einen Spalt breit. „Besser als verdient.“ Antwortete sie kleinlaut.

Schweigend stellte er eine große Einkaufstüte auf einen Stuhl in der Ecke des Zimmers und packte die beiden Enden des Handtuchs, das um seinen Hals hing.

Christian griff das feuchte Frottee, dass er um seinen Hals geschlungen hatte, fester und musste all seine Beherrschung aufbieten sich nicht auf Anastasia zu stürzen, um sie zu nehmen. Sie sah zum Anbeißen aus, mit ihrem zerzausten Haaren, den schweren Lidern und der zarten Röte auf ihren noch immer viel zu blassen Wangen.
Er bemerkte das noch immer halb volle Glas mit Orangensaft. Christian konzentrierte sich auf die gelbe Flüssigkeit, um bei Verstand zu bleiben.

Als er sich seiner sicher war, setzte er sich auf die Bettkante zu Anastasia, bemüht das Chaos in seinem Innern vor ihr zu verbergen.

Anastasia bemühte sich herauszufinden, was Christian in diesem Moment dachte, fühlte, ihn bewegte. Sie registrierte jede Bewegung, die verkrampften Hände um die Handtuchenden, der glühende Blick, der hungrig über ihr Gesicht glitt, der sich abkühlte, als er das Glas Orangensaft ins Visier nahm. Wie üblich konnte sie sich keinen Reim auf Christians Gemütslage machen.

„Wie bin ich hergekommen?“

Christian rückte näher an sie heran und Anastasia atmete den Duft nach Aftershave, Schweiß und dem ureigenen Geruch von Christian ein, was zur Folge hatte, dass sich ihre Sinne vernebelten. Christians Wirkung auf sie war berauschender als jeder Cocktail den es auf der Welt zu trinken gab.

„Als du mir Ohnmächtig in die Arme gesunken bist, wollte ich nichts riskieren, das Heathman war einfach am nächsten.“ Beantwortete er ihre Frage, sehr darum bemüht die Fassung zu wahren und die erotische Spannung zwischen ihnen zu ignorieren.

„Das heißt du hast mich ins Bett gebracht, mich ausgezogen…“ Anastasia hielt inne. „Oh nein, habe ich mich wieder übergeben müssen?“

„Ja, habe ich und nein, du hast dich nicht mehr übergeben.“ Im Gegenteil, sie hatte wie ein Bauarbeiter geschnarcht, während sich Christian bemühte, Ana die eng sitzende Jeans über die Hüften zu ziehen.

„Haben wir….?“ Anastasia errötete und schlug verlegen die Augen nieder. „Anastasia, du warst praktisch komatös. Ich mag es wenn die Frauen bei Sinnen sind, wenn ich mich Ihnen auf diese Art nähere.“ „Sorry.“ Flüsterte Anastasia und Christian konnte sich ein spöttisches Grinsen nicht mehr verkneifen. „Es war ein, sagen wir mal, sehr amüsanter Abend, der mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.“ Erleichtert registrierte Christian, dass er seine Begierde hinter seinem Sarkasmus gut verbarg.

Anastasia schnaubte, er machte sich lustig über sie. Sie hatte ihn nicht gebeten zu kommen, trotzdem war sein Seitenhieb wohl mehr als verdient.

„Naja, es war schon etwas übertrieben, deine Hightech-Spielzeug Software a la James Bond auszupacken, um mich ausfindig zu machen.“ Ging Anastasia zum Angriff über und wischte ihm das Grinsen aus dem Gesicht. Wenn sie sich nicht täuschte wirkte er nicht mehr ganz so souverän, eher ein wenig Beleidigt.

„Die technischen Hilfsmittel zum zurückverfolgen von Handy-Anrufen sind ganz legal im Internet erhältlich. Und nur um das klar zu stellen: Grey Enterprises stellt keine Überwachungsgeräte her, oder entwickelt in diesem Bereich Software.“ Da hatte Anastasia wohl einen wunden Punkt getroffen, doch bevor sie sich entschuldigen konnte fuhr er fort. „Ein gutes hatte mein Auftauchen ja, wäre ich nicht gekommen würdest du jetzt im Bett dieses Fotografen aufwachen, so wie der dich mit seiner Anmache bedrängt hat.“

„Dazu gehören immer noch zwei! Aus welchem Jahrhundert bist du denn bitte abgehauen? Mit José wäre ich auch allein fertig geworden“ Anas Stimme nahm einen harten und unnachgiebigen Tonfall an, als sie an ihren Freund und dessen Benehmen dachte. „Ich brauche keinen strahlenden Superhelden, der auf einem Schimmel angeritten kommt und mich aus einer misslichen Lage befreit!“

Christians Blick wurde weicher, seine Stimmung ruhiger und er lächelte freundlich „Ich bin eh mehr der schwarze Ritter!“ Seine Gefühlslage veränderte sich erneut und er setzte sein spöttisches Grinsen erneut auf. „Ich nehme nicht an, dass du gestern etwas gegessen hast?“ Seine Stimme klang vorwurfsvoll und Anastasia schüttelte den Kopf. Wie immer, wenn er so mit ihr sprach, fühlte sie sich wie ein kleines Kind, das etwas ungehöriges angestellt hatte.

Ein Nerv an seinem Kinn zuckte, doch seine Miene blieb ausdruckslos. „Das erklärt so einiges. Trinkregel Nummer eins: Niemals das Essen vergessen! Weil du nichts gegessen hast, hat dich der Alkohol noch stärker umgehauen und deshalb war dir so übel!“

Anastasia setzte sich auf und die Decke rutschte hinab. „Willst du mich weiterhin ausschimpfen, als sei ich ein unmündiges Kind?“ Sie wusste, dass sie sich trotzig anhörte, aber es war ihr egal. Sie hasste es, wenn er so mit ihr sprach, und die Rebellin brach in ihr hervor. Christian hob erstaunt eine seiner perfekt geschwungenen Augenbrauen. „Tue ich das denn?“ Anastasia nickte nachdrücklich. „Du hast Glück, dass ich dich nur beschimpfe!“ knurrte Christian bedrohlich und aus Gründen die Ana nicht verstand, lief ihr ein wohliger Schauer über den Rücken. „Was soll das denn bitte heißen?“ krächzte sie.

„Wenn du mir gehören würdest, könntest du nach dem, was du dir gestern geleistet hast, eine Woche lang nicht mehr sitzen! Du hast dich Verantwortungslos verhalten. Du hast dich betrunken, obwohl du nichts gegessen hast und dich dadurch in Gefahr gebracht. Nicht auszudenken, was dir alles hätte passieren können.“
Das war für Christians Verhältnisse ein richtiger Gefühlsausbruch gewesen und Anastasia lag schon eine ironische Bemerkung auf der Zunge, die sie schnell hinunterschluckte, als sie die Furcht, die kurz auf seinem Gesicht aufflackerte, bemerkte. Er schloss kurz die Augen, als versuchte er seine Fassung wiederzugewinnen, so dass er ihren forschenden Blick nicht bemerkte. Als er sie wieder öffnete blickte er sie wütend an, Anastasia gab nicht nach und starrte nicht weniger erbost zurück.

Was für eine seltsame Wortwahl. „Wenn sie ihm gehören würde…“ Was bitte hatte Christian Grey denn für ein Problem? Sie gehörte sich selbst und sonst niemandem. Was zur Hölle ging ihn das Ganze überhaupt an? Gleichzeitig bemerkte Anastasia, dass sie der Gedanke „ihm zu gehören“ gar nicht so sehr abstieß wie gedacht. Sie sehnte sich danach jemanden wichtig zu sein, der sie so annahm wie sie nun einmal war, dennoch war nun ihr Widerspruchsgeist geweckt. „Mir wäre schon nichts passiert, Kate war schließlich auch noch da!“ Anastasia erwiderte gelassen Christians Blick. „Und der Fotograf?“ knurrte er leise und unheilvoll.

Gut gekontert, das musste Ana Christian zugestehen, sie durfte gar nicht dran denken, wie anders die Situation hätte laufen können. Mit José würde sie noch ein Hühnchen zu rupfen und das würde für sie beide nicht angenehm werden, aber der Teufel sollte sie holen wenn „Mr. Superselbstbeherrschung“ persönlich seine Krallen in ihren besten Freund schlagen wollte. „José hat die Kontrolle verloren, das kann jedem mal passieren.“ Erwiderte sie daher unbekümmert. „Wenn er das nächste Mal wieder die Kontrolle verliert, sollte ihm jemand Manieren beibringen!“ In Christians Augen loderte ein gefährliches Feuer, doch Anastasia wich keinen Zentimeter vor ihm zurück und hielt seinem Blick mit erhobenen Kinn stand. „Du hast richtig tyrannische Züge an dir!“ beschwerte sie sich und er grinste ironisch. „Meine liebe Anastasia, du hast ja keine Ahnung…“ Dann wurde sie von Christians Charme geblendet, als er eines seiner sehr seltenen Lächeln auf sie losließ. In der einen Minute war Anastasia noch voll auf Verteidigung eingestellt, im nächsten Augenblick hing ihr buchstäblich die Zunge aus dem Mund und ihr Gehirn verweigerte seinen Dienst. Sie verstand nicht mehr die Worte, die Christian von sich gab und hing einige Sekunden vorher bei dem atemberaubenden Lächeln fest, dass seine Gesichtszüge erhellt hatte, wie die Sonne das Meer.

„Ana? Erde an Anastasia Steele! Wenn du zuerst duschen möchtest, gerne, ansonsten gehe ich jetzt ins Bad!“ Christian legte seinen Kopf, nach wie vor ein leichtes unwiderstehliches Lächeln auf den Lippen, schief und sah sie abwartend an. Anastasias Puls beschleunigte sich beängstigend und sie vergaß zu Atmen. Ein äußerst selbstzufriedener Ausdruck huschte über Christians Gesicht und Ana war sich sicher, dass er um seine Wirkung auf sie wusste, warum Anastasia das auf die Palme brachte wusste sie selbst nicht. Er streichelte ihr mit seinem Daumen leicht über die Wange und ließ die Fingerspitze über ihre Lippen gleiten. Anastasia hielt ganz still, doch ihr Herz galoppierte wild in ihrer Brust. „Vergiss das Atmen nicht“ mit diesen Worten drehte sich Christian herum, ging ins Badezimmer und schloss die Tür hinter sich.

Anastasia stieß laut die angestaute Luft aus ihren Lungen. Verdammt noch mal! Sie benahm sich wie eine Idiotin! Christian Grey brachte sie vollkommen durcheinander. Sein Duft, sein Lächeln, sein Aussehen, seine Berührungen sorgten dafür, dass ihr kompletter Körper prickelte und sich nach mehr sehnte. Unruhig rutschte sie unter der Bettdecke hin und her und versuchte die neuen Empfindungen einzuordnen. Am liebsten wäre Anastasia in das Badezimmer gestürmt und dann….! Dieses „Und dann…“ hielt sie davon ab ihrem Verlangen nach zu geben. Es stimmte, sie begehrte Christian Grey mit jeder Faser ihres Körpers und sie hätte alles darum gegeben „die Seine“ zu werden, aber er war kein einfacher Mann, kompliziert und verwirrend. In der einen Minute wies er sie zurück und in der nächsten stalkte er sie regelrecht und umwarb sie mit unverhältnismäßigen Geschenken. Anastasia sank leise seufzend in das pralle Daunenkissen zurück.

Sie sah sich in dem noch immer dämmrigen Raum um. In diesem Zimmer fühlte sie sich beschützt und geborgen. Ein versonnenes Lächeln umspielte Anas Lippen, als sie darüber nachdachte, dass Christian Grey genug für sie übrighatte, um sie in seine Suite zu bringen. Für sie, die Romantikerin, war er ihr Held in schimmernd weißer Rüstung, wie aus längst vergangenen Zeiten, Sir Lancelot oder Sir Gawain.

Noch länger in dem bequemen Bett liegen zu bleiben brachte jedoch nichts, so schlug Anastasia schwungvoll die Decke zur Seite, genau in dem Moment, als Christian, nur mit einem Handtuch um die Hüften geschlungen aus dem Badezimmer kam. Seine Haare glänzten noch Dunkel von der Dusche und die Wassertropfen rannen an seinem muskulösen Oberkörper hinab. Anastasia schluckte und konzentrierte sich auf Christians Gesicht, das durch den Dreitagebart noch attraktiver wirkte.

Er schien überrascht sie nicht mehr im Bett vorzufinden, als Anastasia einfiel, dass sie in ihrem Shirt und einem Slip vor ihm stand. Hektisch suchte sie nach ihrer Jeans, die natürlich nirgends zu finden war.

„Falls du deine Hose suchst, die habe ich in die Hauseigene Reinigung gegeben, sie war voll von den Überresten deines Alkoholgenusses gestern.“ Christians Blick verdunkelte sich unheilvoll und Anastasia errötete. Da stand sie nun, halbnackt vor Christian Grey und verfluchte sich wieder einmal. Sie schien ein lebenslanges Abonnement auf peinliche Situationen abgeschlossen zu haben.

Christian zeigte erneut eine wahnsinnige Intuition, die an Gedankenlesen grenzte. „Ich habe Taylor beauftragt dir neue Jeans und Schuhe zu besorgen, ist alles auf der Tüte im Stuhl!“

Anastasia war vollkommen überfordert mit der Information und flüchtete ins Badezimmer. „Ich glaube ich gehe erst einmal duschen! Und vielen Dank.“

Während Anastasia in das Badezimmer verschwand, fuhr sich Christian frustriert durch das noch feuchte Haar. Diese Frau machte ihn fertig. Wenn er sie nicht bald besitzen durfte, würde er durchdrehen. Noch nie hatte er dieses stetig wachsende Verlangen nach einer Frau verspürt, vielleicht deshalb, weil sich die Frauen ihm sonst regelrecht an den Hals warfen. Anastasia Steele war ganz anders, sie war sehr zurückhaltend und wagte es tatsächlich ihm zu widersprechen. Letzteres lag seiner Meinung nach an ihrer Unerfahrenheit gegenüber Männern wie ihm.

Ihm bereiteten die Emotionen, die Anastasia in ihm weckte, großes Unbehagen. In der Nacht zuvor, war er nur darauf bedacht gewesen, sie zu schützen und es ihr so bequem wie möglich zu machen. Er hatte nicht gelogen, dass er keinerlei sexuelles Verlangen verspürte, als er Anastasia aus ihrer Jeans befreite. Vielmehr hatte ihn eine unbekannte Zärtlichkeit erfasst, was ihm eine Heidenangst einjagte.

Christian schüttelte seine Gedanken ab und begann sich anzuziehen, darum bemüht nicht daran zu denken, dass Anastasia nur einen Raum weiter gerade nackt unter der Dusche stand.

Im Badezimmer entkleidete sich Anastasia rasch, die Wärme und der Wasserdampf umhüllten sie und voller Freude darüber, sich den Geruch und den Schmutz des Vorabends abwaschen zu können, trat Ana in die Duschkabine unter den Strahl des warmen Wassers. Doch selbst die wohltuenden Wassermassen, die sich über sie ergossen, konnten das unstillbare Verlangen nach Christian nicht wegspülen. Sie wollte ihn. Jetzt! Sofort!
So einfach war das also. Zum ersten Mal in ihrem Leben erlebte Anastasia dieses drängende Gefühl mit jemandem Liebe machen zu wollen, die Hände eines anderen über den eigenen Körper wandern zu lassen, Christians Mund auf ihrem. Sie stöhnte leise auf. Sie musste mit diesen Fantasien aufhören und das am besten auf der Stelle.

Christians Äußerung das er Frauen mochte die sinnlich und bereit waren kam ihr in den Sinn. Noch nie hatte er sie angemacht, wie beispielsweise Paul oder bedrängt, wie José es getan hatte. Bedeutete das etwa, dass Christian sie nicht für begehrenswert hielt? Doch er hatte sie in seine Suite, in sein Bett gebracht. Sie konnte seine widersprüchlichen Handlungen nicht nachvollziehen, geschweige denn verstehen. Auf der einen Seite schien er sie, Anastasia Steele zu wollen, auf der anderen Seite stieß Christian sie von sich und gab ihr das Gefühl ein widerliches Insekt zu sein, dass ihn lästig umschwirrte.

Die alten Selbstzweifel für keinen Mann gut genug zu sein, brachen sich Bahn, als Anastasia gedankenverloren das bereitstehende Duschgel öffnete. Sofort erfüllte der Duft von Christian die Duschkabine. Für Anastasia gab es keinen berauschenderen Duft. Sie begann sich mit dem aufgeschäumten Gel einzuseifen, strich sanft über ihre Arme und den flachen Bauch und stellte sich dabei vor, dass Christians Hände dies übernahmen. Sie fuhr sich über ihre kleinen, festen Brüste, deren Spitzen sich hoch aufrichteten, als sie diese umkreiste. Anastasias Atem beschleunigte sich und hallte von den Wänden wider.

Ihre Hände fuhren an der Innenseite ihrer Schenkel entlang, trafen auf ihre pulsierende Mitte, sanft strich sie darüber und ein Wimmern entfuhr ihr, als ein prickelndes Gefühl durch ihren Körper schoss. Anastasia biss sich auf die Unterlippe. Plötzlich klopfte es lautstark an der Tür und Ana wurde höchst unsanft aus ihrem erotischen Tagtraum gerissen. Sie fuhr erschrocken zusammen als Christians Stimme ertönte. „Das Frühstück ist da!“ Sie musste sich räuspern „Okay! Bin gleich fertig!“ krächzte sie. In Windeseile beendete sie die Dusche und wickelte sich das dicke Frotteetuch in einem Turban um den Kopf.

Anastasia warf einen Blick in die luxuriös aussehende Einkaufstasche und stellte erstaunt fest, dass nicht nur Jeans und Sneaker darauf warteten von ihr getragen zu werden. Sie fand eine hellblaue Bluse und edle Damenunterwäsche mit hauchzarter Spitze. Letzteres trieb ihr die Schamesröte ins Gesicht. Gleichzeitig fragte sich Ana, wie Taylors Stellenbeschreibung im Detail aussah. Es schien äußerst interessant für Christian zu arbeiten.

Ana überwand ihre Verlegenheit und schlüpfte in die Unterwäsche, die sich weich um ihre Rundungen schmiegte. Mit viel Hüfte wackeln schaffte sie es in die Jeans, die wie eine zweite Haut perfekt saß. Die Bluse jedoch war ein Meisterstück des guten Geschmacks. Locker umspielte der fließende Stoff ihren Oberkörper und betonte gleichzeitig ihre schmale Taille.
Ein ganz neues Körpergefühl machte sich breit. Leise summend löste Anastasia das Handtuch um ihren Kopf und versuchte ihre widerspenstige Mähne zu bändigen. Mit mäßigem Erfolg. Ihr Haargummi war wohl bei ihrem nächtlichen Gelage verloren gegangen und ihre Handtasche mit ihrem Ersatzgummiband lag mit Sicherheit irgendwo in dem Zimmer nebenan. Ihre Gedanken wanderten zu Christian und sie atmete tief ein und wieder aus. Sie sah keinen glaubhaften Grund mehr sich im Badezimmer zu verbarrikadieren. Es war Zeit ihm gegenüberzutreten. Es schien ihr, dass die Zusammentreffen mit Christian eher einem Wettbewerb im Tauziehen glichen als entspanntem Kennenlernen. Wenn sie nur gewusst hätte, worum sie kämpften!

Erleichtert stellte Anastasia fest, dass ihr eine Schonfrist gewährt wurde. Das Schlafzimmer war leer. Sie suchte hastig nach ihrer Handtasche, fand sie jedoch nicht. Leise fluchend öffnete sie die Tür und fand sich in dem Wohnbereich der Suite wieder. Es gab eine riesige, elegant aussehende Sitzecke mit mehreren Sofas, deren dicke Polster und gemütlich aussehende Kissen dazu einluden sich in eine Decke zu kuscheln und sich einen der Bildbände, die auf einem mit komplizierten Intarsien verzierten Beistelltisch lagen, anzuschauen. Oder man könnte auch gemütlich den riesigen Plasmafernseher, der an der Wand über dem funktional eingerichteten Arbeitsplatz, standesgemäß mit dem neuesten iMac-Modell – hier entrang sich ein leiser Seufzer Anastasias Lippen, denn ihr Uralt-Notebook versagte dieser Tage häufiger seinen Dienst, – ausgestattet.

Christian saß an dem Tisch, der wohl als Esstisch diente, gleichzeitig jedoch auch für typische Businesskonferenzen genutzt werden konnte und las Zeitung. Als er ihren leise hervorgestoßenen Seufzer wahrnahm, blickte er auf. Ihre Blicke trafen sich. Wie schon in Christians Büro fühlte Anastasia erneut diese elektrische Spannung zwischen ihnen. Wie sollte sie dieses Gefühl jemals in Worte fassen? Kate würden direkt dutzende Formulierungen einfallen, da war sie sich sicher. „Kate…“ stöhnte Anastasia nun laut und schlug sich an die Stirn. „Verdammt, sie wird sich höllische Sorgen um mich machen.“ Fahrig drehte sie sich einmal um sich selbst, auf der Suche nach ihrer Handtasche, in der sich ihr Handy befand.

„Ich habe Elliot Bescheid gegeben, dass du mit mir zusammen bist. Sie weiß also Bescheid.“ „Ob es das jetzt besser macht, weiß ich gerade nicht, ich kann nicht denken!“ stöhnte Anastasia. Kate würde jede Einzelheit wissen wollen, von dem Moment an, als Christian aufgetaucht war. Natürlich würde sie annehmen, dass Ana den ersten One-Night-Stand ihres Lebens hinter sich gebracht hatte. Und warum zum Teufel sollte es genügen, dass Christians Bruder wusste, dass alles mit ihr in Ordnung war. Anastasia runzelte konzentriert die Stirn und versuchte erneut sich krampfhaft an den Vorabend zu erinnern. Elliot und Kate, wie sie sich engumschlungen auf der Tanzfläche bewegten. Das war das letzte klare Bild, was sich in Anastasias Gedanken festsetzte. Sie stöhnte entsetzt auf. Das würde bei ihrer Rückkehr nach Hause ein Desaster werden. Christian interpretierte ihren Laut komplett falsch. „Setz dich und iss eine Kleinigkeit, dann wird es dir besser gehen!“ Christians autoritärer Befehlston weckte unweigerlich Anastasias rebellische Seite, die sie in seiner Nähe unverhältnismäßig oft spürte. Desmal jedoch schwieg sie, denn ihr Magen knurrte unangemessen laut. „Ich habe eine kleine Auswahl von der Frühstückskarte bestellt, ich wusste nicht, was du magst.“ Hörte sie da etwa einen entschuldigenden Unterton in Christians Stimme heraus? Seine Fürsorge und den Drang alles richtig zu machen, fand sie sehr anziehend und süß.
Wie konnte dieser Mann innerhalb von wenigen Minuten zwei so unterschiedliche Gefühlsregungen in ihr wachrufen? Verwirrt über ihr Gefühlschaos, wandte sie ihren Blick dem gedeckten Frühstückstisch zu. „Kleine Auswahl?“ krächzte sie seine Worte wiederholend. Es gab von allem etwas: Marmelade in verschiedenen Geschmacksrichtungen, kross gebratener Speck, Rührei, Spiegelei, hartgekochte Eier, Pfannenkuchen, Brötchen, Wurst, Käse. Anastasia häufte sich ihren Teller mit dem herrlich duftenden Speck, Rührei und den fluffig aussehenden Pfannkuchen voll.
Christian schob ihr eine Tasse mit dampfendem Tee hin. Als ihr das Aroma in die Nase stieg, erhellte ein Lächeln ihr Gesicht. „Twinings English Breakfast Tea.“ Ihre Lieblingssorte. Er hatte es sich tatsächlich gemerkt. Dankbar nahm sie die Tasse in beide Hände und sog den wohltuenden und beruhigenden Duft des Gebräus tief in sich auf, während sie ihre Hände an der Tasse wärmte. „Danke!“ murmelte sie leise, bevor sie sich mit neu geweckten Lebensgeistern ihrem vollgeladenen Teller widmete.

Christian beobachtete Anastasia, während sie aß. Es fühlte sich natürlich an, wie sie zusammen an dem Tisch saßen und den Morgen zusammen verbrachten. Dabei waren sie noch nicht einmal miteinander intim geworden. Er zog seine Brauen zusammen, als er das noch feuchte Haar von Anastasia bemerkte. „Den Föhn nicht gefunden?“ fragte er mit trügerisch sanfter Stimme. Anastasia schob sich genüsslich eine Gabel Rührei in den Mund und kaute aufreizend langsam, während sie ihm einen amüsierten Blick zuwarf. „Nein, ich habe gar nicht danach gesucht!“ gab sie frech grinsend zurück.

Sie forderte ihn geradezu heraus und Christian musste sich mit all seinen Sinnen dazu zwingen nicht von seinem Stuhl aufzuspringen, um Anastasia eine Lektion in seinem ganz speziellen „Spielzimmer“ zu erteilen. Alles schrie in ihm danach sie zu unterwerfen und ihr solche Lust zu bereiten, dass sie ihn schreiend um mehr anbettelte.

Das Szenario war zu verlockend, doch Christian Grey war nicht so erfolgreich geworden, indem er sich kopflos seinen Begierden hingab. So blieb er äußerlich ruhig und gelassen sitzen, während er Anastasia musterte. „Die Bluse steht dir. Taylor hat wie immer einen ausgezeichneten Geschmack bewiesen.“

Ana rutschte auf ihrem Sitzplatz unruhig hin und her. „Was das angeht, ich danke dir, dass du mir aus der Klemme geholfen hast, doch ich möchte dich gerne dafür entschädigen.“ Christians Blick kühlte sich ab und der stahlharter Ausdruck darin traf Anastasia völlig unvorbereitet. Am liebsten wäre sie zusammengezuckt, doch sie hielt dem Blick stand, unter dem schon unzählige CEOs zusammengebrochen waren. Ihr Kinn schob sich von allein störrisch nach vorne. „Das kommt nicht in Frage!“ Selbst in seinen Ohren klang er beleidigt. „Christian, du hast mir schon diese unbezahlbaren und kostbaren Bücher geschenkt. Ich möchte nicht…“ Christian unterbrach sie „Ich kann es mir leisten!“ Er knurrte die Worte unheilvoll, doch Anastasia ließ sich nicht einschüchtern. „Warum tust du das alles?“ „Weil ich es kann!“ seine Worte waren derart arrogant und anmaßend, dass Anastasia ihr Essbesteck vorsichtig zur Seite legte und überlegte ob es unhöflich wäre einfach aufzustehen und wortlos zu gehen. Doch dann sah sie die unterschiedlichsten Emotionen in Christians Blick lodern, bevor er seine Gefühle sorgfältig vor ihr verbarg.

 „Das ist keine Antwort, die uns beiden gerecht wird, Christian und das weißt du auch.“ Ein heftiger Schmerz fuhr Anastasia wie ein Stich durchs Herz und sie erhob sich. „Ach verdammt Anastasia. Ich bin nicht der Mann für Herzchen und Blümchen. Mein Geschmack ist sehr speziell und Romantik liegt mir nicht. Wie ich soeben eindrucksvoll bewiesen habe!“ Er lachte bitter. „Aber seitdem du in meinen Armen gelegen hast, kurz nach der Episode mit dem Fahrradfahrer…“ Seine Stimme stockte. „Ich kann nichts dagegen tun. Ich kann dich nicht in Ruhe lassen. Dabei bin ich nicht gut für dich.“ Christians Stimme verstummte und die Stille hallte in Anastasias Ohren wie ein lauter, nicht enden wollender Schrei wider. Was zur Hölle passierte hier bitte? Wo kam das denn jetzt her?

Schließlich begann Anastasia die Worte zu begreifen und ihre Augen wurden groß. Christian Grey konnte die Finger nicht von ihr lassen? Mr. extrem Erfolgreich und Sexyiest Man alive war verrückt nach ihr? Sie wollte die Worte, die er ihr entgegengeschleudert hatte, nicht glauben.  In was war sie da nur hineingeraten?

Sie trat auf ihn zu und er wich unmerklich vor ihr zurück.

„Dann lass mich nicht in Ruhe.“ Hauchte sie kaum wahrnehmbar.  „Du weißt nicht, was du da sagst. Du ahnst es nicht ansatzweise, welche Gedanken mir durch den Kopf gehen, während ich hier vor dir stehe!“

„Christian, mir ist klar, dass du Sex mit anderen Frauen hast. Ich mag etwas naiv durchs Leben gehen, aber ich bin nicht weltfremd!“ Sein Blick brachte sie zum Schweigen und eine verdächtige Hitze machte sich auf Anastasias Wangen breit. Hatte sie ihm gerade wirklich diese Worte an den Kopf geworfen? Was zur Hölle war nur los mit ihr? Bei Christian hatte sie immer das Gefühl in stetem Kampf mit ihm zu stehen und sie wusste noch nicht einmal, warum und für was genau sie sich einsetzte.

Christian starrte Anastasia lange an, wägte ab und überlegte, wie er weiter vorgehen sollte. Er schwankte zwischen Wut und Belustigung. Wusste sie eigentlich, was für eine Wirkung sie auf ihn hatte? Natürlich nicht!
Sie saß mit zerzaustem Haar und großen arglosen Augen vor ihm und er brannte vor Leidenschaft. Nur zu gern wollte er sie in seinem Spielzimmer bis zur völligen Ekstase treiben. Er konnte sich vorstellen, wie sie ihn anflehte, seinen Namen stöhnte und um mehr bettelte. Er setzte sich ein wenig bequemer auf seinem Stuhl hin, so dass seine Erektion nicht mehr so schmerzhaft gegen seine Hose rieb. Was eine süße Folter ihr gegenüberzusitzen. Ihm gefiel nicht nur was er sah, er schätzte ihren Mut sich ihm zu widersetzen. Es gab nicht viele Menschen, denen er dieses Verhalten gestattete. Schließlich traf eine Entscheidung und hoffte, dass sowohl Anastasia als auch er selbst keinen Schaden davontragen würden.

„Wie sind deine Pläne und Termine für die nächsten Tage?“ Mit einem kurzen Blick auf ihre Uhr überlegte Anastasia. „Heute habe ich die Mittagsschicht im Claytons. Morgen fangen Kate und ich mit dem Packen an, weil wir nächstes Wochenende nach Seattle in unsere neue Wohnung ziehen werden. Die ganze Woche habe ich Schichten im Claytons.“ Christian nickte. In Gedanken schob er seine Termine hin und her, damit ihm genug Zeit blieb sich mit Anastasia zu treffen.
 „Wo ist die Wohnung in Seattle.“ Ana seufzte „Irgendwo im Pike Market Distrikt.“ Erfreut nickte er. „Der Distrikt liegt nicht weit weg von mir. Hast du denn schon eine neue Arbeit in Aussicht? Ich glaube nicht, dass du weiterhin im Claytons arbeiten kannst!“ Ein zufriedenes und zutiefst männliches Lächeln, umspielte seine Lippen, als Christian daran dachte, dass Anastasia diesem Paul nicht mehr über den Weg laufen würde. „Was soll denn dieses Verhör, du kannst Kate die Hand geben, was diese Methode angeht!“ beschwerte sich Anastasia und schlenderte langsam durch den Raum und ließ sich auf die gemütlich aussehende Couch nieder.
Erneut kam ihr der Gedanke, dass ihre gemeinsame Zeit mit Christian immer einem Drahtseilakt glich und sie das Gefühl bekam, jede Sekunde von dem dünnen Seil abzurutschen und in endlose Tiefe zu stürzen. Sie räusperte sich und zupfte an der Bluse herum, als Christian sie mit hochgezogener Augenbraue abwartend musterte.
„Die Antworten von den Praktikantenstellen, auf die ich mich beworben habe, stehen noch aus.“ Murmelte sie leise. Erstaunt erhob sich Christian und kam zu ihr hinüber. „Auch bei den Unternehmen, die ich dir vorgeschlagen habe? Bei meinen Unternehmen?“

Christian nahm sich vor die einzelnen Personalabteilungen zu kontaktieren, dass Anastasia auf jeden Fall eine Kandidatin für einen Job im jeweiligen Unternehmen wäre. Doch der nächste Satz von ihr ließ ihn einen eiskalten Strahl der Wut und danach den scharfen Geschmack der Ablehnung fühlen.

„Nein!“ Dieses kleine Wörtchen ließ in Christian den Wunsch hochkochen, Anastasias schmalen Hals zu umfassen und ihn umzudrehen. Dieses dämliche Frauenzimmer. Er war DER einflussreichste Geschäftsmann in den USA und sie schlug sein Angebot, ihr unter die Arme zu greifen, ohne mit der Wimper zu zucken aus.
Andere Universitätsabsolventen lechzten nach so einer Chance ein Leben lang und Anastasia schien die Tragweite ihres Handelns nicht überblicken zu können. Er konnte nicht anders, er war tief getroffen.
„Was stört dich daran?“ Christian bemerkte selbst den scharfen Unterton in seiner Stimme, den er durch ihre vehemente Zurückweisung seiner Hilfe nicht zu unterdrücken vermochte.

Anastasias Blick traf kurz den seinen. „An den Unternehmen oder an DIR?“ ihre Stimme triefte vor Sarkasmus und das letzte Wort dehnte Anastasia provozierend in die Länge.
Man hätte meinen können, sie kokettierte mit ihm, reizte ihn bewusst, doch Anastasias Aura der Unschuld war nicht gespielt, das stand außer Frage. Gerade deshalb ging Christian auf das unbewusste Spiel ein. „Miss Steele, höre ich da etwa Spott aus Ihren Worten oder trügt der Anschein und Sie sind mir restlos verfallen?“
Errötend schlug sie die Augen nieder und begann nervös an ihrer Lippe zu knabbern. Nur mit Mühe konnte Christian ein lautes Stöhnen unterdrücken. Diese Angewohnheit von ihr brachte sein Blut zum kochen und in diesem Moment wollte er Anastasia mit einer Intensität, die ihn erschreckte. „Wie gerne würde ich an deiner Statt an deiner Lippe knabbern!“ rutschte es ihm heraus und er erstarrte. Was tat er denn da? Hatte er den Verstand verloren? Offensichtlich! Christian rutschte einige Zentimeter von Anastasia weg. Unbewusst war er immer näher an sie herangerückt.

Anastasias Blick heftete sich auf Christians Gesicht. Ihr Herz trommelte heftig gegen ihre Rippen, ihr Mund wurde trocken und Hitze sammelte sich zwischen den Beinen. Anastasia rutschte nervös auf der Couch herum.

„Warum kommst du nicht näher und nimmst dir das, was du willst?“

Was zum Teufel? War sie noch ganz bei Sinnen? Eindeutig hatte Anastasia ihren Verstand durch den Alkoholexzess der vergangenen Nacht im Tequila ertränkt.

„Solange ich dein schriftliches Einverständnis dazu nicht habe, werde ich dich nicht berühren, Anastasia.“ Christian hob die Hand, als sie ihren Mund öffnete. „Ich kann dir das jetzt nicht erklären, das würde den zeitlichen Rahmen sprengen.
Heute Abend, nach deiner Schicht im Clayton’s wäre dazu genügend Zeit. Wie lange ist deine Schicht? Bis 20:00 Uhr?“

Anastasia nickte ergeben. Sie unterdrückte ein Seufzen, wusste sie doch, dass sie dieses seltsame Gespräch während ihrer Arbeit im Baumarkt überanalysieren würde, um daraus schlau zu werden. Gleichzeitig war ihr klar, dass aus Christian keine Informationen mehr rauszubekommen wären. Er saß neben ihr, doch seine Fassade war wieder jene, die sie in ihrem ersten Zusammentreffen kennengelernt hatte: Die des erfolgreichen, unnahbaren Christian Grey.

„Gut. Wir können heute Abend, oder wann es dir besser passt, uns sehen, gehen etwas Essen, verbringen Zeit miteinander. Dann werde ich jede deiner Fragen mit Freude beantworten.“

Anastasia überlegte nicht lange. Sie spürte, dass Christian ihr nicht nur die Wahl des Zeitpunktes ihrer Verabredung überließ, sondern auch ob und vor allem wie die komplizierte Geschichte zwischen ihnen beiden weiter voranschreiten würde.

„Dann heute Abend, auch wenn ich schon jetzt gerne meine Neugier befriedigen würde!“ lächelte sie von daher amüsiert, doch Christian ging nicht darauf ein. Im Gegenteil, sein Blick wurde dunkel und seine Gesichtszüge verhärteten sich.
„Wenn du Bescheid weißt, kann es sein, dass du mich nicht mehr wiedersehen möchtest!“ Seine Stimme klang tonlos.

Anastasia runzelte verwirrt die Stirn. „Was bist du? Ein Mafiaboss oder ein Auftragskiller?“ ungläubig lachte sie auf. „Heute Abend bekommst du deine Antworten, versprochen!“
Sein ungewöhnlich ernster Tonfall weckte in ihr die Neugierde, die Geheimnisse des Christian Grey alle aufzudecken und zu erforschen. Bisher war er für sie ein Rätsel mit sieben Siegeln, doch Anastasia würde jedes einzelne davon Brechen und herausfinden, wer der Mann hinter dieser aalglatten Fassade war.

Christian griff nach seinem BlackBerry und wählte eine Nummer. “Sir?“ ertönte die Stimme seines Fahrers.
 „Taylor, ich brauche Charlie Tango heute Abend von Portland aus. Sagen wir um zwanzig Uhr dreißig von Portland aus.“

„Wie lange?“ Taylor wusste, dass sein Boss nichts von ausschweifenden Antworten hielt und beschränkte sich auf das Wesentliche.

„Stand-By in Escala, die ganze Nacht.“ Christians Blick streifte kurz Anastasia und er bemerkte, wie sie überrascht eine Augenbraue fragend wölbte und er verkniff sich kurz ein Lächeln. Zweifellos fragte sie sich, was er mit ihr vorhatte.

„Okay, die ganze Nacht. Wiederholte Taylor geschäftig.“ „Auf Abruf auch morgen. Ich fliege von Portland nach Seattle. Stand-by ab zweiundzwanzig Uhr dreißig.“ „Ich veranlasse alles, Sir!“ Taylor hörte nur noch ein Klicken in der Leitung, als sein Boss die Leitung unterbrach. Ohne sich darüber zu wundern, wählte er schon eine Nummer, damit sein Boss das bekam, was er wollte. Taylor wartete niemals auf ein „Danke“ oder „Bitte“ seines Chefs. Christian Grey war einer der Guten und er betrachtete es als Privileg für ihn arbeiten zu dürfen!

Anastasia hingegen konnte ihre Gedanken nicht zurückhalten und machte ihnen Luft. „Machen die Leute immer genau das, was du von ihnen verlangst?“ Sie wusste nicht genau, ob sie empört, verwirrt oder beeindruckt sein sollte.

„Wenn sie für mich arbeiten und ihren Job behalten wollen, schon. Bei jenen, die nicht für mich tätig sind, tja, ich kann sehr überzeugend sein!“ Christian grinste Arrogant und Anastasia versuchte den aufkeimenden Ärger zu unterdrücken. Warum reizte er sie immer wieder mit solchen Aussagen? Sie verstand ihre eigenen Emotionen selbst nicht mehr. Diese glichen seit sie in Christians Büro gestolpert war einer Achterbahn, die vollkommen außer Kontrolle geraten war.

„Bist du fertig?“ Sie nickte und erhob sich von der Couch. „Gut, dann bringe ich dich nach Hause und hole dich um acht nach deiner Schicht im Claytons ab. Danach fliegen wir nach Seattle.“ Christian sprach darüber derart beiläufig, als würden sie sich später ein Taxi teilen. Okay, für ihn war das wahrscheinlich tatsächlich keine große Sache, er flog bestimmt öfter durch die Gegend, als Anastasia mit dem Taxi.

„Besitzt du etwa ein Flugzeug?“ krächzte sie und musste sich dann doch kurz auf den Stuhl am noch immer reich gedeckten Tisch setzen. „Das auch, aber heute Abend fliegen wir mit meinem Helikopter nach Seattle. Den besitze ich nämlich auch!“ gab er amüsiert Antwort. Besorgt musterte er Anas Gesichtsfarbe, sie war unnatürlich blass. „Vielleicht solltest du noch eine Kleinigkeit zu dir nehmen, bevor wir aufbrechen.“
Anastasia blickte auf den Teller, wo noch die Reste eines Pancakes zu finden waren, nickte gleichmütig und stopfte sich ein Stück davon in den Mund. Eine gute Taktik, um die Fragen, die ihr auf der Zunge lagen nicht auszusprechen. Wie kam man bitte an ein Flugzeug und an einen Helikopter. Allein die Unterhaltskosten der Maschinen waren im Monat so hoch, dass sie davon dreimal ihr Studium hätte bezahlen können. Dann fiel ihr ein, dass Christian Grey einer der reichsten Männer der Welt zu sein schien und sie musste grinsen. Manchmal war sie anscheinend doch naiv.

Als sie fertig war, stand sie auf und wandte sich Richtung Schlafzimmer. Christians Hände strichen ihr sanft über ihre zerzausten Haare, die Fingerspitzen berührten dabei leicht die empfindliche Haut in ihrem Nacken, so dass Ana kurz erschauderte. „Deine Haare sind noch feucht, denkst du nicht, es wäre besser sie zu föhnen bevor wir losfahren?“ „Nein!“ widersprach sie ihm und Ana bemerkte, wie Christians Körper sich bei dem Wort versteifte. „Du bekommst nicht häufig Widerworte, stimmts?“ fragte sie leise und versuchte die Stimme ruhig zu halten. „Richtig geraten.“ Stimmte Christian ihr mürrisch zu.
Sie betraten gleichzeitig das Schlafzimmer und beider Blick wurde von dem übergroßen Bett, dessen Bezüge noch unordentlich drapiert auf der Matratze lagen, angezogen. Anastasia bekam einen trockenen Mund, als ihr etwas einfiel. „Wo hast du eigentlich geschlafen?“ „In meinem Bett und glaub mir, das war für mich auch eine Premiere.“ Verwirrt starrte Anastasia ihn an. „Warum, weil wir keinen Sex hatten?“ Das hatte sie doch nicht gerade ernstlich über die Lippen gebracht? Schon bemerkte Ana, wie die verräterische Hitze in ihre Wangen stieg. Sie hasste es, sie hasste es wirklich ständig zu erröten.

Nachdenklich starrte Christian sie an. Auch er war innerlich aus dem Gleichgewicht geraten. Warum um Himmels Willen sprach er solche Dinge in Anastasias Gegenwart nur aus, anstatt seine Gedanken wie gewöhnlich für sich zu behalten. Er unterdrückte ein Seufzen, weil er wusste, dass er sich nun erklären musste. „Eine Premiere deshalb, weil ich mit jemandem in einem Bett geschlafen habe!“ Er sah weitere Fragen in Anastasias Augen, wusste, dass er schleunigst von ihr wegmusste, bevor er sich um Kopf und Kragen reden würde. Denn eines wurde ihm klar, er würde jeder ihrer Fragen beantworten. Früher oder später. Besser später. Christian wandte sich zum Gehen. Während du deine Sachen zusammenpackst, werde ich noch ein paar Dinge nebenan erledigen. Er floh regelrecht in den Wohnbereich und Anastasia atmete erleichtert auf.

Ihr Blick blieb erneut an den zerwühlten Laken hängen und ihr dämmerte, dass sie vergangene Nacht mit Christian dieses Bett geteilt hatte und rein gar nichts davon wusste. Sie hätte sich am liebsten selbst einen Tritt in den Hintern verpasst. Warum musste sie auch so viel Tequila in sich reinschütten? Dadurch war ihr die Möglichkeit entgangen Christian Grey im Schlaf zu beobachten, oder sonst etwas anzustellen. Leise vor sich hinmurmelnd ging sie nebenan ins Badezimmer und sammelte ihre Kleidung vom Vortag ein. Diese stopfte Anastasia in die edle Einkaufstasche, die Taylor besorgt hatte. Schließlich schlenderte sie, innerlich ruhiger in den Wohnbereich zurück, wo es sich Christian mit einer Zeitung am Esstisch bequem gemacht hatte. Als er Anastasia kommen hörte, schlug er mit einem rascheln die Zeitung zusammen und musterte sie mit einem unergründlichen Blick, der kurz an ihrem zerzausten Haar hängen blieb.

Während Anastasia im Wohnbereich auf einem der kleineren Beistelltische ihre Handtasche fand und darin herumwühlte, klingelte Christians Handy. Ein Blick auf das Display zeigte ihm, dass er das Telefonat annehmen musste. Ein erfolgreicher Geschäftsmann kannte keine Pause.
Während er in sein Handy sprach, beobachtete Christian Anastasia, wie sie sich mit einem in ihrer Handtasche gefundenen Haargummi, die Haare zurückband. Eine rohe, unbezähmbare Begierde bahnte sich den Weg in seine Lenden, so dass er sich räuspern musste, nur mit Mühe den Blick von Anastasia losriss und sich wieder auf das Gespräch besann. „Wann kommen sie in Dafur an?“ Sein Gegenüber bestätigte ihm die per Vertrag festgelegte Uhrzeit und er nickte zufrieden. „Okay, dann machen wir das so. Falls es Probleme geben sollte, halten Sie mich auf dem Laufenden!“ Wieder beendete er das Telefonat ohne einen Gruß.

Anastasia grübelte über Christians Geschäftsgebaren und dem absolut gegensätzlichen Verhalten gegenüber ihr nach. Der Mann bestand anscheinend nur aus Widersprüchen.

„Fertig?“ fragte er, nur mit einer kleinen Spur Ungeduld in der Stimme, während er selbst in ein dunkelblaues Jackett schlüpfte und nach dem Autoschlüssel griff. „Nach Ihnen Miss Steele“ lächelnd hielt er Anastasia ganz Gentlemanlike die Tür auf.

Ihr Blick verweilte einen Augenblick zu lange auf seinem attraktiven Gesicht und Ana fragte sich, warum er sie gestern Nacht nicht einfach nach Hause gebracht hatte. Stattdessen war er bei ihr geblieben, im wahrsten Sinne. Noch immer kam sie nicht darüber hinweg, dass DER Christian Grey und sie in einem Bett geschlafen hatten.

Anastasia war das Erlebte noch immer unbegreiflich, auch das geplante Date am Abend.
Schweigend legten die beiden den Weg zum Aufzug zurück. Immer wieder warfen sie sich verstohlene Blicke zu und wann immer einer der beiden den anderen dabei erwischte, stahl sich sowohl bei Anastasia als auch bei Christian ein Lächeln auf die Lippen.

Christian vermochte seinen Blick kaum von Anastasia zu heben. Ihre Wangen färbten sich liebreizend Rosa, wann immer sie ihn beim Starren erwischte. Die Aura der Unschuld, die sie umgab, raubte ihm den Atem.

Mit einem leisen „Ping“ kündigte sich der Aufzug an und zischend glitten die Türen zur Seite und gaben den Blick auf das Innere der Kabine frei. Sie war leer. Gleichzeitig traten sie hinein und sofort veränderte sich etwas zwischen ihnen beiden. Die Luft in dem Aufzug wurde dick wie Sirup, der zarte Duft des Duschgels, mit dem sich Anastasia gewaschen hatte, stieg Christian in die Nase. Näher als notwendig standen sie beisammen. Ihr Atem beschleunigte sich, als sie den Kopf in den Nacken schob und ihn offen anblickte. Verdammt!

„Scheiß auf den Papierkram!“ stöhnte Christian, packte Anastasia und drückte sie hart gegen die Wand der Kabine.

Ein leises Seufzen entrang sich Anastasias Mund, als er beinahe Grob ihre Hände mit einer der seinen packte und sie über ihren Kopf zog. Seine Hüften pressten sich an ihre und sie bemerkte die stahlharte Erregung in seiner Hose. Stöhnend kam sie ihm entgegen, öffnete leicht ihre Lippen und schon lag sein Mund auf ihrem. Seine Zunge schlängelte sich durch die schmale Öffnung und begann einen erotischen Tanz mit der ihren. So war sie noch nie geküsst wurden. Empfindungen durchdrangen Anastasias Körper, die sie noch nie hatte fühlen dürfen. Ihr war heiß und kalt, sie zitterte vor Begierde und Lust, ihr Bauch spannte sich an und sie wollte nur mehr, mehr von dem Kuss, mehr von Christian, mehr, einfach nur mehr.

Christian konnte nicht mehr klar denken. Er umfasste ihr Kinn mit seiner freien Hand und stöhnte laut auf, als Anastasias Zunge über die seine glitt und den Kuss vertiefte. Seine Hüften pressten sich noch fester gegen ihre Mitte und bei Gott in diesem Moment wünschte er sich nichts sehnlicher, als ihr die Kleider vom Leib zu reißen und sie jetzt, direkt in diesem Aufzug hart zu nehmen und sich in sie zu versenken, immer und immer wieder, bis sie beide gleichzeitig den erlösenden Höhepunkt der Lust überschritten. „Anastasia, du bringst mich um!“ krächzte er heißer, als sich die Türen des Aufzuges zu öffnen begannen. Drei Männer in teuer aussehenden Business-Anzügen starrten sie entgeistert an, als die beiden wie von der Tarantel gestochen auseinanderfuhren.

Anastasia atmete heftig, ihr Puls raste und sie glättete verlegen ihre Haare, während Christian kühl und gefasst wirkte, als wären sie nicht gerade beim Herummachen erwischt wurden. Gütiger Himmel. Sie hatte gerade mit Christian im Aufzug herumgemacht. Anastasia unterdrückte nur mit Mühe einen hysterischen Anfall. Ihr Nervenkostüm war zur Zeit extrem dünn und sie war völlig gefangen in dem Strudel von Begierde, Verlegenheit und Lust.

Christian beobachtete Anastasia fasziniert, wie sie sich vergeblich um Fassung bemühte. Erstaunlich wie schnell sie ihre Selbstbeherrschung wieder erlangte. Einzig ihre fiebrig glänzenden Augen und die Röte auf ihren Wangen verrieten ihren Zustand. Sie sah Hinreißend sinnlich aus. Er atmete tief durch, denn auch seine Selbstbeherrschung hatte Grenzen.

Endlich öffneten sich die Lifttüren und sie waren im Erdgeschoss des Hotels angelangt. Christian zog sie mit sich aus der Kabine. „Was haben diese Aufzüge nur an sich?“ murmelte er, doch Anastasia antwortete nicht. Sie war noch zu sehr damit beschäftigt, das gerade Geschehene zu verarbeiten.

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