Mein sportliches Wochende – AUA

Mein sportliches WEIch bin sportlich. Ja, ich weiß dass so manch einer meiner Leser jetzt herzlich anfängt zu lachen. Es stimmt, die letzten Monate hatte ich nicht wirklich die Zeit dazu mich sportlich zu betätigen. Andere Dinge hatten nun einmal Vorrang in meinem Leben. Aber wenn ich in mein Fitnessstudio komme, in den Eingangsbereich, und diesen eigenen Geruch (nein kein Schweiß) rieche, komme ich mir vor als würde ich nach Hause zurückkehren.

So war es auch am Samstag, als das Grauen seinen Lauf nahm. Meine wirklich Beste Freundin seit mehr als 20 Jahren (darf ich das hier so schreiben?), ich liebe sie über alles, hatte sich in den Kopf gesetzt ein Probetraining in dem Sportstudio, wo ich schon lange angemeldet bin und so oft ich kann trainiere, zu absolvieren. Ehrensache, dass ich ihr „beistehe“ wenn sie sich durch die Geräte quält und ihr ein wenig helfe sich zurecht zu finden. So mein Plan. Aber es kommt anders.
Von Freitag auf Samstag Nacht, hat Katharina einen ganz schlechten Start in die Nacht, so dass ich am nächsten Morgen wie gerädert aufwache und mein Köprer förmlich nach Kaffee und Coffein nur so bettelt.
Aber zunächst gilt es sich zu gedulden. Aldi Süd hat für uns interessante Angebote im Laden, so dass ich mich müde, mit Katharina im Schlepptau erst mal in der Disziplin „Wühltischketchen“ beweisen muss! Mit Erfolg! Die von mir begehrten Waren sind meine, liegen im Einkaufswagen und werden mit einem erfreuten Lächeln sicher im Auto verstaut. Weiter geht es zu den Schwiegereltern, die sich freuen mit Katharina einen Tag verbringen zu können.
Für mich bedeutet die Trennung von meiner Tochter eine Lektion im Loslassen und Abschied nehmen, wenn auch nur für kurze Zeit. Trotzdem fällt es mir sehr schwer sie in der Obhut der besten Großeltern der Welt zu lassen.
Ich gehe einkaufen, meistere auch diese Hürde mit Bravour, warum kaufen Rentner eigentlich Samstags morgens ein? Und dann endlich bekommt mein Körper, der nur noch auf Sparflamme läuft, sein heißersehntes Coffein in Form eines Milchkaffees.
Meine Gedanken richten sich auf das bevorstehende Training und was soll ich sagen? Ich bin unmotiviert, der innere Schweinehund lacht sich kaputt über mein Vorhaben und beinahe, ich habe das Handy schon in der Hand um via WhatsApp das Treffen abzusagen, siegt dieser Hund auch noch! Doch ich schleppe mich die Treppe hinauf und greife mir meine allzeit gepackte Sporttasche und mache mich auf den Weg zur Hölle. Zu meiner persönlichen Trainingshölle an diesem Tag.
Als wir im Studio ankommen, ist alles halb so wild. Die altbekannte Euphorie erfasst mich, als wir im Eingangsbereich stehen und ich kann es kaum erwarten loszulegen.
In der Umkleide dann die erste böse Überraschung. Wegen einem Wasserschaden (haha) sind die Duschen gesperrt. Ich mag das gar nicht, nach dem Sport ungeduscht nach Hause. Aber nun gut, alles klar, Duschen geht nicht, trotzdem Training.
Wir beginnen mit der sportlichen Betätigung. Irgendwie ist an diesem Tag total viel los. Die meisten meiner genutzten Geräte sind besetzt. Also stelle ich ein wenig um und los gehts. 1 Satz à 15 Wiederholungen, 1 Minute Pause. Meine Freundin sieht das etwas anders und legt ihr eigenen Tempo vor. Auch gut, jedem das seine. Schließlich sind wir soweit durch mit den mir bekannten Übungen und ich lasse mich darauf ein mir sehr suspekte und unheimliche Geräte, ehrlich das sind Folterinstrumente, auszuprobieren. Unter anderem für den Po und den BAUCH! Ich habe praktisch keine Bauchmuskeln, seit der Schwangerschaft sowieso nicht. Deshalb ist dieses Gerät eine ganz blöde Idee. Aber okay. Ich bin sportlich, ich schaffe das, auch wenn ich weiß, ich bereue jede einzelne Wiederholung dieser Foltermaschine.
Aber das schlimmste kommt noch! Wer sich „Spinning“ ausgedacht hat, das jemals auch nur ERFUNDEN hat, für den habe ich mir ziemlich viele Ideen ausgedacht ihm das Leben schwer zu machen.
Wir machen also Spinning. Und es fühlt sich an als hätten wir den Master-Kurs der Fortgeschrittenen erwischt. Nach zwei Minuten brennen mir die Oberschenkel, als hätte ich einen Marathon hinter mir und meine Lunge protestiert heftig und droht mir an einfach meinen Körper zu verlassen. Nach 10 Minuten Dauergequatsche des virtuellen Trainers und Mega-Motivations-Reden gebe ich auf. Ich kann nicht mehr, bin am Ende meiner Kräfte und hasse mich dafür, dass der innere Schweinehund, der sich tänzelnd an die Oberfläche begibt und mich schadenfroh auslacht, gewonnen hat. Wie auf Eiern laufen wir in die Umkleidekabine. Ich bin froh das es vorbei ist. Als meine Freundin mich fragt ob ich während der Woche Zeit habe, bin ich wirklich froh verneinen zu müssen. Dieses brutale Training innerhalb kürzester Zeit nochmal? Nö!
Am Tag darauf dann die Quittung. Ich habe solch einen Muskelkater nur einmal gehabt. Als ich das erste Mal im Sportstudio war und das ist schon sehr, sehr lange her. Ich spüre Muskeln von denen ich noch nicht mal wusste das ich welche an diesen Stellen habe. Ich kann nicht lachen oder atmen ohne diese verdammten Bauchmuskeln zu spüren, die hämisch winken und sagen „siehst du uns gibt es doch“. Von meinem Po ganz zu schweigen. Selbst heute tut es noch weh zu sitzen. AUA!

Aber wisst ihr was? Sobald ich noch einmal Zeit habe, werde ich wieder trainieren gehen. Und obwohl ich weiß, dass ich Schmerzen haben werde, werde ich diese Übungen noch einmal machen, immer wieder. Nur das Spinning, das lasse ich dann doch weg. Wir wollen ja nicht übertreiben, gelle?

Ich liebe Sport. Ja ich liebe ihn wirklich! Die routinierten Abläufe, das Gefühl wenn sich deine Muskeln lockern und das Gefühl, wenn du dein Training erfolgreich absolviert hast, das ist die Belohnung für die Schinderei. Und das Beste: Es lohnt sich!

Eure Alexa

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