Alexas Moments Gedanken zu… „der Lockdownverlängerung bis 7.03.2021

Alexas Moments Gedanken zu….befasst sich heute mit der gestrigen Pressekonferenz der Bundeskanzlerin zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie und den damit verbundenen „neu“ gefassten Beschlüssen, die auf uns „normale Menschen“ große Auswirkungen haben. 10. Februar 2021, 21:00 Uhr und ich befinde mich in einem Tal der Tränen. Die Pressekonferenz der Bundeskanzlerin und auch das Statement unseres Ministerpräsidenten Tobias Hans sind beide über den Bildschirm geflimmert und bei mir entlädt sich die ganze Enttäuschung, Wut, Frustration und hinterlässt einfach nur noch einen Gemütszustand der sich in einem Satz zusammenfassen lässt: „Ich kann einfach nicht mehr!“
Was wurde im Großen und Ganzen beschlossen?

  • Der Lockdown verlängert sich bis 7. März. Über weitere Maßnahmen wird am 3. März erneut beraten.
  • Friseure dürfen ab 1. März 2021 ihre Türen wieder öffnen
  • Erst wenn ein Inszidenzwert von 50 erreicht wird, werden Lockerungen angestrebt, allerdings wurde auch mitgeteilt, erst wenn der Inszidenzwert unter 35 sinkt, werden Öffnungen von Gastro, Hotellerie, Sportangeboten usw. in greifbare Nähe rücken.
  • Grundschulen werden im Saarland ab dem 22. Februar wieder geöffnet und der Präsenzunterricht findet im Wechselunterricht unter strengen hygienischen Maßnahmen statt.

Tja und die KiTa`s? Es wurde nur mitgeteilt, dass man den Erzieher*innen Schnelltests usw. zur Verfügung stellen wird, so schnell wie möglich. KEIN einziges Wort darüber, wie mit der jetzigen Situation in den KiTas umgegangen wird. Wir bekamen vor einigen Tagen ein Schreiben vom zuständigen Ministerium, wo drin stand, das sie uns Eltern dringend darum bitten, die Kinder wenn möglich zu Hause zu betreuen. Soweit so gut, wir machen seit MONATEN nichts anderes als das. In diesem Schreiben steht auch, dass das die Maßnahmen bis 14. Februar gelten.
Somit hatte ich große Hoffnungen auf die Pressekonferenz gestern gesetzt, damit endlich wieder für unser Kind Normalität ins Leben tritt und auch bei uns Eltern ein wenig Druck rausgenommen wird.
Aber meine Hoffnungen wurden gänzlich enttäuscht. Ich werde weiterhin zu Hause arbeiten müssen, da die jetzige Situation in den KiTa’s nicht zulässt, unser Kind in die Betreuung zu schicken. Zum einen liegt es daran, dass meine regluläre Arbeitszeit zu weit in den Nachmittag reicht, da die Personaldecke im Augenblick noch dünner ist als sowieso schon, zum anderen sind wirklich nur DIE Kinder in der KiTa, deren Eltern systemrelevant sind, wie es so schön heißt. Das bedeutet, kein einziger Freund, kein Kind im Alter unseres Kindes ist zur Zeit in der Einrichtung. Ich betreue unsere Tochter seit Mitte Dezember zu Hause, habe sie dann Anfang Januar in die KiTa gebracht, damit ich zumindest den halben Tag im Büro bin. Abgesehen davon, das noch nicht mal sechs Tage später entschieden wurde Home-Office anzuordnen, war das ein großer Fehler. Am ersten Tag war unser Kind noch sehr erfreut, endlich wieder mit anderen Kindern und ihren Freunden spielen, toben usw. zu können . Am zweiten Tag kamen noch immer keine ihrer Freunde in die KiTa, auch am dritten Tag nicht. Das hat sie sehr traurig gemacht. Die wenigen Kinder, alle weit jünger als unsere Tochter, die in der KiTa waren, wurden separat nach draußen gebracht, der Außenbereich ist in mehrere Areale eingeteilt. Ein Tag darf man dann auf der Sandkastenseite spielen, am anderen Tag auf der Kletterseite usw. Was soll ich sagen? Unser Kind war sehr, sehr traurig und unausgeglichen.
Seit Mitte Januar sind wir also wieder komplett daheim. Der 10. Februar war, zumindest für mich, ein Anker, ein Datum an dem ich mich festgehalten habe. Gehofft habe, dass die KiTas die irgendwie offen, aber auch wieder nicht, einen Fahrplan für ein „zurück in den Alltag“ an die Hand bekommen. Was bekam ich stattdessen? NICHTS. Es bleibt alles wie es ist. Ich werde weiter mobil Arbeiten, werde neben meiner Arbeit unsere Tochter beschäftigen, mit ihr Spiele spielen, TV gucken, die Arbeitsblätter bearbeiten, die uns die KiTa per E-Mail zusendet. Wir gehen spazieren, fahren Schlitten wenn Schnee liegt und sehen uns schlicht und ergreifend nach Normalität.
Das Highlight für uns alle ist zur Zeit ist der Wocheneinkauf. YEAH. Toll.
Meine Kraft und ehrlich gesagt auch mein Verständnis sind am Boden, zu Ende, nicht mehr vorhanden. Nochmal bis 7. März keine offenen Geschäfte, keine Möglichkeit Dinge einkaufen zu gehen, die wichtig sind. Natürlich kann ich auch vieles online bestellen und kaufen. Aber nicht den Schulranzen, auf den sich unsere Tochter so sehr freut und sich diesen selbst aussuchen möchte. Wieder eine Freude, die wir unserer Tochter nehmen müssen. Ebenso wie wir ihr die Möglichkeit nehmen müssen sich sportlich auszuprobieren. Ich bin vieles, aber keine Reit- oder Ballettlehrerin oder Schwimmlehrerin oder, oder oder…..
Neben all dem Frust, sich nicht mehr frei bewegen zu dürfen, nicht ins Sportstudio gehen zu können, in die Sauna oder einfach mal mit der Familie außerhalb frühstücken oder essen, tut mir am meisten unsere Tochter leid. Wie viel Leid müssen unsere Kinder noch ertragen? Wie oft muss ich das Leuchten in den Augen unserer Tochter verglimmen lassen, wenn sie mich anbettelt ins Ballett zu dürfen oder eine Reistunde absolvieren zu dürfen. Schwimmen zu gehen. ZU LEBEN. Das ist grausam. Das ist ungerecht und nicht mehr zu ertragen. Es ist nicht mehr zu ertragen das eigene Kind weg zu sperren, weil die Regierung nicht in der Lage ist einen Leitfaden auszuarbeiten, damit unsere Kinder ein Stück ihrer so wichtigen Kindheit zurück bekommen. Denn jeder Tag der vergeht, kommt nicht wieder. Er ist für immer vorbei.
Unsere Kinder leiden, besonders jene, die nicht das Glück haben in eine „gute“ Familie hinein geboren worden zu sein. Die unter normalen Bedingungen so selten wie möglich zu Hause sind und jetzt ihren Eltern und deren Attacken, ohne Schutz und die Möglichkeit zu flüchten, ausgeliefert sind. Die verprügelt werden, bis sie wie ein Häufchen Elend zusammengekrümmt auf dem Boden liegen und sich wünschen tot zu sein, damit dieses Drama ein Ende hat. Die Kinder, die von ihren Eltern missbraucht werden und sich niemandem anvertrauen können, nirgends hin können, weil alles geschlossen ist und sie keine Möglichkeit sehen, diesen Alptraum hinter sich zu lassen. Man könnte meinen, das sind Extremfälle, das passiert nicht so oft. Falsch gedacht, das ist leider traurige Realität. Hinter verschlossenen Türen bekommt ja kaum jemand etwas mit.
Es sind besonders diese Kinder, die mir das Herz schwer werden lassen, es brechen lassen, um die ich Abends oft weine, gerade dann, wenn unser Kind sicher und geborgen, mit ihrer riesen Raupe, tief und fest schläft, in dem Wissen, dass wir als Eltern für sie da sind, sie lieben, sie schützen und unser Bestes geben, damit sie ein glückliches Leben, soweit im Augenblick möglich, hat.
Ich frage mich, denkt eine Frau Merkel an diese Kinder? An die Frauen, die von ihren Ehemännern geschlagen, missbraucht und terrorisiert werden? Oder an die Menschen, die psychische Erkrankungen haben, an die alten und kranken Menschen, die seit einem Jahr vereinsamen?
Und denken die Entscheider der ganzen Pandemie-Strategie an die „Normalos“ wie mich? Die einfach nur versuchen, alles durch zu stehen. Die Mutter, Freundin, Betreuerin und Angestellte für den Arbeitgeber gleichzeitig sein muss. Die neben dem mobilen Arbeiten und Kinderbetreuung versucht ein wenig Normalität, ein wenig Alltag, zu leben. Wir zerreißen uns zwischen Arbeit, Kind(ern), Haushalt und alll den Pflichten, die wir sonst nebenher machen. Haushalt, Tiere versorgen usw. usw.
Das schlimmste? Ich kann gegen die jetzige Situation nichts machen. Ich bin hilflos. Ich muss durchhalten. Ich kann nicht einfach sagen „das wars, ich mach da nicht mehr mit!“ Ich muss damit leben, nicht in den Baumarkt fahren zu können, SELBST die Dinge auszusuchen die ich haben möchte, SELBST den Tagesablauf bestimmen zu dürfen, SELBST bestimmen zu dürfen wann ich, wie meine Freunde treffe. (Momentan geht es ja nur online). Ich möchte SELBST entscheiden dürfen, ob ich zu Hause oder auswärts esse/frühtstücke. Vor allem vermisse ich meinen SELBST gewählten Tagesablauf. Ich möchte SELBST entscheiden, WANN ich zum Friseur gehen darf/muss.
All das wird mir von einer Regierung, von Politikern vorgeschrieben, die teilweise selbst keine Kinder haben, die nicht wissen, wie es ist die Verantwortung für einen kleinen Menschen zu haben und diesen durchs Leben zu begleiten.
Es wird mir von Politikern vorgeschrieben, die den Bezug zu uns Bürgern, die sie vertreten, verloren haben, so scheint es mir. Ich fühle mich hilflos dem ausgeliefert, was Menschen für mich entscheiden, was ich für mich selbst NIEMALS so entscheiden würde und doch muss ich dies mittragen, unserer Tochter vermitteln, obwohl ich nicht zu 100 % dahinter stehe.
Ich streite nicht ab, dass es Corona gibt, oder eine bzw. mehrere Mutationen. Das steht außer Frage und auch nicht zur Disskusion.
Aber Corona wird nicht verschwinden, auch wenn wir noch Jahrzehnte diesen Lockdown weiterführen. Es wurden Fehler gemacht, die wir als Bürger nun ausbaden müssen. Fehler können passieren und sind ja auch nichts schlechtes, man lernt ja etwas daraus. Aber sich NUR auf die Impfung zu verlassen, DAS dann noch zu vergeigen und uns dass dann noch gut verkaufen zu wollen, das ist einfach nicht okay.
Wir, besonders wir Eltern, werden allein gelassen in dieser Situation. Ob mit der Kinderbetreuung, dem Desaster mit dem Homeschooling, oder mit dem Arbeitgeber (bei mir jetzt nicht, ich sehe das nur in meinem Umfeld, mein Arbeitgeber ist wirklich sehr tolerant), ganz zu schweigen mit den finanziellen Aspekten des Lockdowns. Wirklich ALLES wird teurer, die Nebenkosten steigen, die Krankenkassenbeiträge steigen, die Lebensmittelpreise usw. ebenfalls und was passiert? Nix. Die Löhne und Gehälter bleiben gleich. Die Arbeitsbelastung verdoppelt sich, der Druck verdreifacht sich, aber sonst, keine Entlastung. Natürlich haben wir uns über die begrenzte Mehrwehrtssteuersenkung gefreut, auch über den Kinderbonus und sind auch für den Erlass der KiTa-Beiträge (2/3 im Janur und 1/2 im Februar) sehr dankbar. Aber sind wir mal ehrlich: Das ist nett gemeint, jedoch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Was wir als Eltern benötigen, ist eine dahingehende Entlastung, dass wir unsere Kinder wieder lächeln sehen dürfen, weil sie sich mit ihren Freunden treffen dürfen. Das unsere Kinder ihre Interessen wieder ausleben dürfen, sich ausprobieren dürfen, SICH ENTWICKELN dürfen. Das alles wird durch die jetzige Situation gehemmt und wird mit Sicherheit weitreichende Folgen haben, die uns sehr lange begleiten.

Ich freue mich für die Friseure, dass sie wieder öffnen können, wirklich. Dennoch frage ich mich, warum diese Berufssparte eröffnen darf, aber die Gastronomiebetriebe nicht? Letztlich war da doch auch wieder nur der finanzielle Aspekt der ausschlagebende Grund. Denn wenn Friseure offen sind, müssen sie auch Steuern zahlen, nicht wahr?! Wenn die Geschäfte geschlossen sind, sind Einnahmen nicht zu kontrollieren. Ich verurteile niemanden, denn wenn es um die eigene Existenz geht, gibt es irgendwann einen Punkt wo man überlegt ob man es riskiert oder eben nicht. Und ich glaube, in der jetzigen Situation, sind manche so verzweifelt, dass sie sehr weit gehen würden, um ihre Existenz und somit ihr Leben zu retten.

Was mich wirklich erschreckt, dass sich keine Alternativen zum Lockdown überlegt werden. Natürlich wird viel über einen „Stufenplan“ (DAS neue Wort unter den Politikern) gesprochen. Doch ist dieser auch sinnvoll und logisch und somit tragbar für uns Bürger? Ich frage mich, warum wir in solche Entscheidungen nicht eingebunden werden. Es betrifft schließlich ja auch unser Leben. Mir ist bewusst, dass man sich nicht von jedem der 80 Mio. Menschen die Sorgen und Nöte anhören kann. ABER, man sollte sich zumindest einzelne Stimmen anhören, uns mit einbeziehen, damit auch wirklich das entschieden wird, womit wir leben können und nicht nur „leben MÜSSEN“. Denn das ist es was ich von unserer Regierung, den Politikern vermisse, den Blick auf das „TATSÄCHLICHE LEBEN“, denn das Leben eines Politkers unterscheidet sich doch sehr von dem, wie wir jeden Tag durchs Leben schreiten. Hier würde ich mir wirklich sehr viel mehr Annäherung wünschen und nicht nur die Verkündung der Entscheidung im TV. Etwas ganz gefährliches wird durch die Pandemie leider nur allzu offensichtlich: Der Kontakt zwischen Politik und dem Volk geht verloren, man versteht einander nicht mehr so wie es sein sollte. Und das bereitet mir sehr große Sorge.

Nun, da ich meine Gedanken in Worte gefasst habe, diese niedergeschrieben habe, geht es mir zumindest in Ansätzen besser. Ich hoffe sehr, dass wir am 3. März von unseren Vertretern des Volkes hören werden, dass der Lockdown ab dem 8. März schrittweise gelockert wird. Denn die Situation wie sie jetzt ist, ist defintiv kaum noch zu ertragen.

Eure Alexa

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