Die Hemmschwelle sinkt – #Gewalt unter Jugendlichen

DieHemmschwelleSinktErst heute Morgen hat mich ein, zugegebenermaßen reißerisch aufgemachter, Zeitungsartikel wieder einmal schockiert den Kopf schütteln lassen. Neben dem Artikel ist auch ein Video, offenbar aufgenommen mit einem Smartphone, abrufbar, indem zu sehen ist wie ein 14 jähriges Mädchen von zwei Jugendlichen attakiert wird.Das am Boden liegende Mädchen wird mit Fußtritten an Kopf und Beinen traktiert, sie versucht sich notdürftig gegen den Angriff zu schützen in dem sie mit den Armen den Kopf schützt! Erschreckend: Weitere Jugendliche stehen herum und geben höhnische Kommentare ab, filmen die ganze Tat anstatt sich zwischen die Schläger und dem am Bodenen liegenden, wehrlosen Opfer zu stellen und zu helfen.

Mir sind solche Angriffe und Schlägereien nicht fremd. Von der siebten bis zur neunten Klasse besuchte ich eine Schule inmitten zweier sozialer Brennpunkte, dort waren Schlägereien und Mobbing an der Tagesordnung! Doch es gab immer wieder Mitschüler die für die schwächeren einstanden und sich den Schlägern entgegenstellten. Hinzu kam, das einige wenige Lehrer genug Autorität besaßen um die schlimmsten Störenfriede, zumindest in ihrer Nähe, ruhig zu stellen.

In der heutigen Smartphone- und SocialNetwork-Gesellschaft, so scheint es mir, gibt es keine Tabus und Rücksichtnahme mehr. Es wird geprügelt, geschlagen und getreten was das Zeug hält, der Kick der „Likes“ und Klicks in YouTube ist nur einen Download entfernt!

Aber wo bleibt das Opfer? Wie gehen sie mit der Demütigung der Prügel und der zur Schaustellung ihrer Schmach um? Einmal hochgeladen verbreiten sich die Videos rasend schnell im World Wide Web und jeder Lehrer, Verwandte und noch schlimmer, jeder Mitschüler kann sich das Drama live und in Farbe ankucken und die geschädigten werden erneut zum Opfer. Oftmals bleibt dem geschädigten Jugendlichen, erschreckend wie viele solcher Taten sich zwischen den 14 und 18 jährigen abspielelen die Tendenz ist steigend, nichts anderes übrig als die Schule und das soziale Umfeld zu wechseln oder gar mit der ganzen Familie umzuziehen.
Die Täter hingegen werden gegen die Anfeindungen von erzürnten Bürgern und Menschen die noch ein Gerechtigkeitsempfinden an den Tag legen, geschützt, denn Selbstjustiz ist in unserem Staat nicht gern gesehen. Aber kann man den Menschen, die das Recht in die eigene Hand nehmen wollen das verübeln? Ist es richtig mehr Schutz dem Täter als dem Opfer angedeihen zu lassen? Wie wird den Opfern solcher Übergriffe geholfen? Die Therapie zahlt letztlich die Krankenkasse und die Gerichtsverhandlungen, kommt es denn überhaupt zu solch einer, sind meistens eine Beleidigung und weitere Verhöhnung der Opfer, denn nicht selten kommen die Täter mit einer lächerlich geringen Bewährungs- oder Geldstrafe davon. Ich möchte hier keinesfalls den Eindruck erwecken ich sei für die Selbstjustiz, ich setze mich einfach nur kritisch mit unserem Rechtssystem auseinander und versuche beide Seiten zu verstehen! Denn gäbe es unser Rechtssysstem nicht, hätten wir keinerlei Handhabe und wieder gäbe es jemand der die Macht an sich zieht und alle anderen wären Opfer!

Was also hat Deutschland in der Hand um solche Übergriffe zu minimieren oder gar auszumerzen? Ich persönlich würde mir wünschen, diese Art von Straftat in jedem Fall mit dem Erwachsenenrecht zu verhandeln! Das zum einen, zum anderen müsste mehr für den Opferschutz getan werden! Hier sehe ich sowohl die SocialNetworks als auch YouTube in der Pflicht, die eine flächendeckende Überwachung der hochgeladenen Videos einführen müssten. Schließlich funktioniert das ja auch bei Musikvideos die von der GEMA hier in Deutschland nicht für den YouTube Kanal freigegeben sind.
Zu diesem Punkt muss ich jedoch sagen und auch zugeben, das die Umsetzung dessen sehr schwierig ist, da sowohl die meisten Networks als auch YouTube ihre Server im Ausland stehen haben und somit ein anderes Recht gilt. Hier müsste dringend Länderübergreifend eine Vereinbarung geschlossen werden.
Nicht zuletzt müsste in den Schulen und vor allem auf der Straße mehr Aufklärungsarbeit unter den Jugendlichen geleistet werden, damit die Zivilcourage mit Hilfe von Selbstverteidigung und stärken des Selbstbewusstseins unter den Jugendlichen wieder Einzug erhält. Gerade in den sozialen Brennpunkten müsste der Staat und nicht nur die ehrenamtlichen Einrichtungen, viel mehr für das soziale und familiäre Miteinander investieren.

Quelle des Bildes: Alexa B.

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