Heiter bis Wolkig

Filme mit Elyas M. Barek stehen seit der Goethe-Triologie für leichte und witzige Unterhaltungskost, weshalb ich der Meinung war, dass „Heiter bis Wolkig“ genau die richtige Filmwahl für einen Samstag Abend sei. Leichte Kost? Von wegen. Ein Film der auf seine Art und Weise mit dem schwierigen Thema Krebs umgeht und trotz des beklemmenden Themas „Tod“ einfach nur zauberhaft ist. Tim und Can sind nicht nur WG-Kumpels und beste Freunde sondern auch Arbeitskollegen in einer Kantinengroßküche. Während Tim von einer Karriere als Koch im eigenen Restaurant träumt, scheint Can mit seinem Dasein mehr als zufrieden. Bräute, Party und ein Job der Geld für die Vergnügungen sichert, was will man mehr?
So auch an Can’s Geburtstag. Die beiden Freunde tingeln auf Aufreißertour durch die Clubs und schleppen Mädels ab, mit mehr oder weniger genialen wie dummen Anmachsprüchen und ziemlich abgebrühtem Schauspiel.
Ihre Masche vom unheilbar kranken Freund, der noch einmal unbeschwerten Sex haben will, bevor er sich in die ewigen Jagdgründe verabschiedet, zieht ausnahmslos.
Bis plötzlich Marie in Tim`s Leben schneit und alles verändert sich, vor allem Tim selbst. Can erkennt seinen Buddy nicht mehr und ihre Männerfreundschaft wird auf einen harte Probe gestellt. Warum? Weil Tim durch Maries Krebskranke Schwester Edda eine ganz neue Sicht auf sein und das Leben im allgemeinen bekommt.

Die Handlung von „Heiter bis Wolkig“ ist voraussehbar, der Weg der einzelnen Charaktere ist mit einem roten Highlighter mit unübersehbaren Pfeilen in die einzig mögliche Richtung, ist vorgezeichnet. Aber wisst ihr was? Das ist überhaupt nicht schlimm!
Der Film lebt von der starken Leistung der Jungschauspieler, hier möchte ich besonders Jessica Schwarz hervorheben, die Edda mit einer Itensität und Glaubwürdigkeit darstellt, dass man ihr jeden einzelnen Moment die Krebserkrankung, die Leiden und die Angst vor dem Tod zu 100 % abnimmt.
Aber auch die Leistung von Max Riemelt, der Tim mit einem Tiefgang verkörpert, der hin- und hergerissen zwischen den Chancen des Lebens und der Komfortzone des Gewohnten nicht weiß, was er mit seinen Träumen und seinem Leben anfgangen soll, bis schließlich Marie, gespielt von Anna Fischer, in sein Leben tritt, ihn fordert, zum Nachdenken bringt und dafür sorgt, dass er einen Schritt ins Ungewisse wagt.

Die Zartheit und Verletzbarkeit von Marie steht in krassem Gegensatz zu der schnoddrigen und unbedachten Weise, in der Can, gespielt von Elyas M. Barek, durchs Leben treibt. Diese beiden ungleichen Welten prallen aufeinander und auch Can wird bewusst, wenn er sich nicht entscheidet, verliert er das Beste an seinem Leben, seinen Freund!

„Heiter bis Wolkig“ bedient mit Sicherheit so manches Klischee, dennoch ist es ein anrührender Film, mit einem Elyas M. Barek wie wir ihn schon kennen, in einer weniger präsenten Rolle wie gewohnt.

Ein Film über die Freundschaft, das Leben, den Tod und mit einer unterschwelligen Komik die dem Ganzen eine wunderbare Leichtigkeit verleiht.

Ich kann den Film nur empfehlen, absolut sehenswert.

 

Eure Alexa

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