Über die Freundschaft

Beste_Freunde„Beste Freunde sind wie eine Seele in zwei Körpern“
gab einst Aristototeles zum Besten und ich war lange Zeit der Meinung dem ist so. Heute sehe ich das anders. Die Freundschaft zu meiner besten Freundin begann vor beinahe 20 Jahren an einem kalten Januartag, vor einem kleinen Supermarkt und hält bis heute. Wir haben sehr viel zusammen erlebt, so manche Tiefs und noch mehr Hochs überstanden und es gab immer wieder ordentlich Sand im Getriebe. Teilweise hatten wir auch länger keinen Kontakt und jeder lebte in der Zeit sein Leben, dennoch waren und sind wir auf diese einzigartige Weise miteinander verbunden.
Unsere Freundschaft hat in den stürmischen 20 Jahren eine Wandlung vollzogen, die an den Scheitelpunkten für mich – Veränderungen sind mir ein Gräuel –  nicht immer einfach war.
Zu Anfang hingen wir immer und jeden Tag zusammen. Kaum war die Schule zu Ende trafen wir uns an der Bushaltestelle um gemeinsam nach Hause zu fahren. Dort angekommen warfen wir unsere Schultaschen bei uns zu Hause in die Ecke, aßen eine Kleinigkeit und verschwanden dann nach draußen. Das wir im selben Hochhaus wohnten, machte es uns echt einfach. Teilweise haben wir uns von Küchen- zu Wohnzimmerfenster unterhalten und unseren Nachbarn wahrscheinlich den letzten Nerv geraubt.
Es war eine schöne, beinahe unbeschwerte, Zeit und ich denke gerne daran zurück. Damals waren wir wirklich eine Seele in zwei Körpern. Uns gab es nur im Doppelpack.
Als wir schließlich erwachsen wurden und unsere eigenen Wohnungen hatten, uns weiterentwickelten, änderte sich das. Mir wurde diese intensive Bindung zu viel, zu eng! Ich fühlte mich als sei ich in ein emotionales Gefängnis gesperrt aus dem ich nicht ausbrechen konnte. Die Interessen klafften plötzlich weit auseinander, die Lebensumstände hätten nicht unterschiedlicher sein können und alles war anders.

Wir waren und sind noch immer innig miteinander verbunden, aber jeder lebt sein eigenes Leben, trifft eigene Entscheidungen und lebt mit den damit verbundenen Konsequenzen.
Auf der einen Seite ist diese „Eigenständigkeit“ wunderschön und lässt mich aufleben, auf der anderen Seite vermisse ich ein wenig das intensivere „Teilhaben“ am Leben meiner anderen Hälfte.

Ich liebe meine Beste Freundin über alles, egal was war, was ist und was sein wird und deshalb widme ich ihr diesen Beitrag! Vielleicht wird es irgendwann wieder ein wenig wie es war!

Ich werde dieses Bild nicht los wenn wir mit 99 und wackelnden Köpfen in Levi’s 501 in unseren Schaukelstühlen sitzen und über etwas loskichern, wie in alten Zeiten! Ich hoffe sehr, dass diese Episode Wirklichkeit wird!

Auf die Freundschaft!

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