Das Saarpolygon

Am vergangenen Wochenende besuchten mein Mann und ich das Saarpolygon in Ensdorf. Wenn mein Mann am Wochenende frei hat, sonst nichts ansteht und unsere Tochter ihren „Oma-Tag“ genießen darf, unternehmen wir beide bei schönem Wetter etwas zusammen. Im Augenblick erkunden wir unsere nähere Umgebung und stöbern nach evtl. Ausflugszielen für uns als Familie.
Zunächst waren wir in der Innenstadt von Saarlouis, deren Altstadt uns sehr zusagt. Nach einem stärkendem Mittagessen entschlossen wir, das Saarpolygon im nahegelegenen Ensdorf zu erkunden.
Bei der Anknunft die erste Ernüchterung. Der vermeindliche Weg zum Parkplatz schien abgesperrt. Wir behalfen uns und parkten in einer Lücke an der Straßenseite. Nachdem wir ausgestiegen waren der nächste Reinfall. Der kleine Weg, der uns zum Saarpolygon führen sollte war gepflastert mit Hinweisschildern „Wegen Corona geschlossen“ „Vorsicht Eichenprozessionsspinner“ u. ä. . Da wir unsere Hündin dabei hatten und auch ich nicht unbedingt scharf auf die Bekanntschaft der Eichenprozessionsspinner war, stiegen wir wieder ins Auto, zeitgleich sahen wir aber, wie größere Gruppen inklusive Hund den Weg zurückkamen, offensichtlich nachdem sie das Saarpolygon besichtigt hatten.

Wir suchten über das Navigationssystem auf dem Handy einen anderen Weg und wurden fündig. Etwa einen Kilometer weiter gibt es ebenfalls einen Aufstieg zum Saarpolygon, den wir in Angriff nahmen. Natürlich mit Hund im Schlepptau.
Und was das für ein Aufstieg war! Am Anfang ist der Weg noch angenehm zu laufen, aber mit jedem Höhenmeter wird es steiler und steiler. Unsere Hündin hechelte, ich jammerte und mein Mann schwitzte. Ich hoffte zu diesem Zeitpunkt sehr, dass sich die Anstrengungen zumindest lohnen würde.
Nach den letzten sehr steilen Aufstiegsmetern war mir eines klar: für einen Familienausflug mit einem nicht einmal sechsjährigen Kind war dies kein geeignetes Ziel. Die Enttäuschung wurde noch größer als wir endlich vor dem Denkmal für den Saarbergbau standen.
Kaum Sitzgelegenheiten wurden angeboten, die wenigen waren schon besetzt, es gab kein Kiosk oder ähnliches wo man hätte eine Erfrischung zu sich nehmen können oder eine Toilette aufsuchen (mit Kind unerlässlich)
Immerhin bietet die Höhe eine schöne Aussicht auf das Umland, wenn man auf den Industriecharme steht.
Wir machten uns bereit das Saarpolygon zu erobern, schließlich waren wir jetzt einmal da und das Denkmal war entgegen der Hinweisschilder am ersten Aufstiegsweg offen. Dann die Ernüchterung, Tiere sind auf dem Denkmal nicht erlaubt. Warum ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel.
Es herrschte reges Treiben, anscheinend wurde an diesem Abend im Schatten des Saarpolygons ein Konzert ausgerichtet, weshalb wir uns nicht sehr lange aufhielten um die Aussicht auf uns wirken zu lassen.
Mir gefiel die Umgebung, das triste dunkle grau das vorherrschte, überhaupt nicht und ich war froh als wir den Abstieg in Angriff nahmen.

Ich war wirklich sehr enttäuscht, denn das Denkmal an sich macht schon was her, das muss ich zugeben. Mit etwas mehr Infrastruktur und einer Renaturierung der Umgebung um das Saarpolygon wäre dies ein Ausflugsziel für die ganze Familie. Aber nur für das Denkmal zu betrachten, ohne eine Möglichkeit zur gemütlichen Rast, rechtfertigt in keinster Weise den mehr als nur anstrengenden Aufstieg.

Ich persönlich kann das Saarpolygon nicht wirklich als Ausflugsziel mit Familie empfehlen, aber das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung.

Eure Alexa

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