The Vampire Diaries – Season 4

The_Vampire_Diaries„Länger als ein Jahrhundert habe ich im Verborgenen gelebt, mich im Schatten versteckt, ganz allein auf der Welt. Bis jetzt. Ich bin ein Vampir. Und das ist meine Geschichte.“ – Stefan Salvatore

Anfang 2009 begann in der ersten Staffel jede Folge der Serie mit diesem Satz, einem Auszug aus Stefan Salvatores Tagebuch. Überhaupt spielten Tagebücher in den ersten beiden Staffeln eine große Rolle, seit der dritten Staffel der Serie werden die Bücher immer weiter in den Hintergrund gedrängt.

Vergangenen Freitag und Samstag habe ich mir die letzten sieben Folgen der vierten Staffel von The Vampire Diaries angekuckt, schließlich wollte ich wissen wie sich die Beziehungen untereinander entwickeln, vor allem seit bekannt wurde das es einen Spin Off „The Originals“ zur Serie geben soll.

Ich muss zugeben das Staffelfinale ist wirklich sehr gelungen. Trotz allem habe ich mich entschlossen die Vampirserie aus meiner Aufnahmeliste zu streichen und keinen gesteigerten Fokus mehr auf The Vampire Diaries zu legen. Warum? Wegen des Handlungsbogens um Elena! Ja sie ist ein Vampir geworden, oh je wie schrecklich die Welt geht unter! Was als Drama beginnt endet mal wieder auf die typische Elena Art.

Was mich am meisten an diesem Charakter stört ist Elenas mittlerweile unerträgliches Gezicke, ihre Alleingänge die mehr schaden als das sie nützen und die ständige Angst sich zwischen Damon und Stefan zu entscheiden. All das hat mich als Zuschauer der Serie regelrecht zermürbt und mir die Lust an den mystischen Vorkommnissen in der Kleinstadt Mystic Falls genommen.
Ständig bekommt der Zuschauer Delena-Häppchen serviert, nur das sie einem im letzten Moment förmlich aus den Händen gerissen werden, mit solchen Erklärungen wie der Erschaffungsbindung und ähnlichem Schwachsinn. Elena fehlt einfach der Mumm sich endlich wie eine Erwachsene zu verhalten und eine Entscheidung zu treffen. Mit dieser Entwicklung des Charakters haben sich die Scriptwriter der Serie keinen Gefallen getan.

Meiner Meinung nach sind auch so manche logische Fehler in der Serie vereint. Zum Beispiel der „Gilbert-Ring“ der den Träger davor schützen soll endgültig zu sterben! In Staffel zwei wurde behauptet nur ein Angehöriger der Familie Gilbert könne durch die Macht des Ringes geschützt werden. Schon das Alaric den Ring tragen durfte fand ich seltsam, aber durch seine Verbindung zu Jenna, konnte das noch irgendwie erklärt werden, wenn auch ziemlich lasch!
Aber das Matt in Staffel vier den Ring trägt, stirbt und quasi wieder entstirbt finde ich dann doch ein wenig seltsam und nicht zu erklären.
Die Erschaffungsbindung ist ebenfalls solch ein Mysterium. Eingeführt wurde sie ja im Handlungsstrang mit Klaus und seinen Hybriden, die ihm durch diese Bindung treu ergeben sind.
Vielleicht hätte man sich schon früher darum Gedanken machen sollen, denn als Caroline zu Beginn der zweiten Staffel mit Damons Blut im Organismus zum Vampir gewandelt wurde, war die Bindung nie ein Thema. Zumindest kann ich mich nicht darauf entsinnen. Für mich ein großer und grober Fehler, der zeigt das das Storyboard der Serie zu Beginn einer Staffel noch nicht vollständig überdacht worden ist. Natürlich ist es schwer, wenn eine Serie in Produktion geht, sich über alle Eventualitäten Gedanken zu machen, aber gerade das zeichnet eine gute Produktion aus, meiner Meinung nach.

Was mir jedoch immer und in jeder Staffel gut gefallen hat, ist die Rolle von Stefan. Ein Vampir mit einer dunklen Seite und dennoch bemüht stets das Richtige zu tun. Er ist für jeden Freund in Not der Ansprechpartner und versucht die Freunde zusammen zu halten! In Staffel Vier konnte ich diese Fürsorge endlich wieder genießen! Leider scheint es, das Stefan nachdem Delena sich endlich gefunden haben (die Frage ist nur für wie lange!) Mystic Falls erst einmal verlässt. Das heißt jedoch nicht, dass wir Zuschauer auf Paul Wesley, der Darsteller der uns den Stefan gibt, verzichten müssen. Hier wurde wieder auf bewährtes gesetzt und ein Doppelgänger aus dem Hut gezaubert. Das entlockte mir noch nicht einmal mehr ein müdes Seufzen, der Handlungsbogen ist ja schon bekannt durch Elena und Katherine.
Es gibt auch noch die Story von Caroline, Tyler und Klaus, die meiner Meinung nach viel interessanter daherkommt als dieses Drama um Elena. Caroline hat eine riesige Entwicklung in der Serie durchgemacht und hat sich zu einer absoluten Sympathieträgerin entwickelt. Das aber immer sie herhalten muss wenn es um Folter oder ähnliches geht, finde ich ziemlich einfallslos. Wen könnten wir Foltern? Caroline! Wen könnte man entführen? Caroline! Ob von Werwölfen, von Klaus oder gar Alaric, bisher war Caroline immer die Leidtragende.Überraschungen wären mir sehr willkommen!
Bleibt nur noch die Hexe Bonnie Bennett. Um sie rankt sich ein seltsames Wirrwarr an Entwicklungen in der vierten Staffel. Zu meiner Freude taucht immer wieder Bonnies Großmutter auf, ich fand es damals sehr, sehr schade das sie starb. Aber gerade Grams, wie Bonnie sie nennt, bringt den größten Fehler der Staffel ans Licht.
Erst gilt Bonnie als stark genug den Schleier fallen zu lassen, um Silas, dem Bösewicht in Staffel vier, das zu geben was er möchte, aber als sie Elenas Bruder Jeremy wieder auf die Seite der Lebenden zieht, ihn quasi entsterben lässt, stirbt sie selbst bei diesem Versuch und Grams meint „Das war zuviel für dich mein Kleines“ Entweder ist Bonnie sehr mächtig und stark oder sie ist eine mittelmäßige Hexe. Hier sollten sich die Scriptwriter dringend für eine Seite entscheiden. Vor allem weil Bonnie Jeremy schon des Öfteren wieder dem Tod entrissen hat und keine Folgen zu befürchten hatte und ihre Kräfte dafür immer ausreichten, finde ich diese Entwicklung mehr als fragwürdig.
Für alle die jetzt entsetzt aufgeschrieen haben, Bonnie bleibt uns weiterhin erhalten, nur eben als Geist.

Was mir wirklich sehr gut gefallen hat, waren die Gastauftritte der bisher verstorbenen wie Alaric und Lexi. Es fehlte meiner Meinung nach definitiv Jenna, um die ich in Staffel Zwei wirklich geweint habe. Auch in diesen Szenen, die sehr gelungen waren besonders die von Alaric mit Damon, bemerkt man das die Scriptwriter sehr wohl bemerkt haben, das sie mit dem Tod der Charaktere vorschnell gehandelt haben und sie auf diese Weise immer wieder zurück in die Handlungsstränge der Serie einbinden.

The Vampire Diaries wäre eine solide Serie wenn der rote Faden einer Staffel sorgfältiger durchdacht wäre und nicht nur von Staffel zu Staffel bzw. von Folge zu Folge die Story vorangetrieben worden wäre.

Der Hype um die Blutsauger lässt deutlich nach und das Publikum, bzw. ich, wird anspruchsvoller. Vielleicht wird die fünfte Staffel um einiges besser, wobei die Spoilermeldungen im Internet eher das Gegenteil vermuten lassen. Ich erwarte sehr viel mehr von einer Serie als The Vampire Diaries in den letzten Staffeln abgeliefert hat!

Ich kann die Serie Vampiranhänger empfehlen, sofern diese über einige Plotfehler hinwegsehen und Elenas Kleinmädchenverhalten ertragen können.

[ratings]

Quelle des Bildes: http://metrouk2.files.wordpress.com/2011/10/article-1318504208654-0e5ad70800000578-503535_568x367.jpg

4 Gedanken zu “The Vampire Diaries – Season 4

  1. Bei mir ist die Serie einfach eingeschlafen. Ich hab zwar anfangs noch Woche für Woche aufgezeichnet, es hat aber jedesmal länger gedauert, bis ich tatsächlich geschaut hab. Jetzt hab ich vielleicht ein Drittel der letzten Staffel durch. „The Originals“ werde ich eine Chance geben, in der Hoffnung, daß das Writing etwas ‚erwachsener‘ und anspruchsvoller ist.
    Es gibt mittlerweile so viele Fantasy-Shows, da muß man sich mit Mittelmaß nicht mehr abgeben. Vielleicht schau ich irgendwann mal durch, wenn ich sehr viel Langeweile hab. Jetzt ist aber noch viel spannenderes auf der zu-gucken-Liste.

    Ich hab die Bücher nie gelesen. Ist der Unterschied so groß? Ist Elena im Original weniger nervig?

    • Ich musste mich auch dazu überwinden die Folgen zu kucken. Ich habs hauptsächlich deshalb gemacht weil eine Freundin von mir sagte das Finale wäre echt sehenswert und natürlich die Einführung des Spin-Offs zu „The Originals“. Ich habe dieselbe Hoffnung wie du, dass der Spin-Off eine ältere Zielgruppe anspricht als das ewige Teeniedrama um Elena….
      Genau das habe ich mir auch gedacht, es gibt so viele Serien, ob Mystery oder was anderes, die so klasse sind, da muss ich mir das nicht geben!
      Ich musste irgendwas kucken, weil mein Reciever mal wieder aus allen Nähten geplatzt ist, seufz und da ich von The Vampire Diaries die meisten Folgen zu kucken hatte hab ich mich dann dazu durchgerungen.

      Ich muss gestehen ich habe die ersten 4 Bücher gelesen und das 5. dann nur halb, weil es so langweilig war das ich abgebrochen habe. Der Unterschied zu den Büchern ist gigantisch, wobei die auch total strange sind! Elena hat in den Büchern keinen Bruder sondern eine kleine Schwester, sie ist auch nicht dunkelhaarig sondern Blond und eine richtige oberflächliche Zicke…. okay da bewegen die Writer sich ja gerade hin^^ Die Serie ist mit den Büchern gar nicht vergleichbar. Ausnahmsweise finde ich die Serie hier mal besser als die Vorlage 🙂

      • Falls Du Alternativen suchst, unter den reinen Fantasy-Serien ist wahrscheinlich „Lost Girl“ eine der besten. Und ziemlich erwachsen. Und sparsam mit Vampiren. Vllt. anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, weil es eine kanadische ist (so wie man sich an britische auch erstmal gewöhnen muß).

        Ich nehme mal an, was so auf CW läuft, hast Du schon durchprobiert. Die haben sich ja mittlerweile auf diese Zielgruppe spezialisiert.

        • Von der Serie hab ich schon gehört 🙂 aber es noch nicht geschafft sie zu verfolgen! Danke für den Tip! Och ich bin da nicht so empfindlich, ich find britische und kanadische Serien super….

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