Alexas Moments Gedanken zu….“Whats-App, Instagram und Facebook down“

…und ganz plötzlich wurde das Social Media still. Es muss gestern Nachmittag gegen 17:30 Uhr gewesen sein, als auf Facebook, Instagram und Whats-App die Lichter ausgingen. Ich selbst habe es erst gemerkt, als eine Mama vor der Tür stand, die ihr Kind, das bei uns beim spielen war, abholen wollte und mich fragte ob ich ihre Nachricht nicht bekommen habe.Heute Morgen beherrscht eine Schlagzeile so ziemlich jede Presseseite, meine Timeline in Facebook quillt über vor Meldungen bzgl. des Ausfalls von Whats-App, Instagram und Facebook und es macht mich wirklich sehr nachdenklich. Warum wird darüber so extrem berichtet? Sind wir nur noch auf diese Social-Media-Kanäle angewiesen, um mit Menschen zu kommunizieren und in Kontakt zu bleiben?
Ich selbst habe den Beginn des Ausfalls gar nicht bemerkt. Ich hatte Besuch von einer anderen Mutter und auch ein Nachbar kam noch kurz vorbei, um mich etwas zu fragen. Bei uns wird tatsächlich die Kultur der nachbarschaftlichen Kommunikation noch gelebt, weshalb ich den Ort wo ich wohne und lebe sehr schätze.
Erst als eine andere Mama ihr Kind abholen wollte, das mit unserer Tochter spielte, war klar, etwas stimmt mit den Social Media Anbietern nicht. So langsam bekam ich auch „Live-Ticker-Nachrichten“ auf mein Handy geschickt, die mich minütlich darüber auf dem laufenden hielten, was gerade bei Facebook & Co. passierte, um den Ausfall schnellst möglich zu beheben. Irgendwann achtete ich nicht mehr darauf, ich kenne Live-Ticker nur bei Ereignissen wie zum Beispiel „9/11“ oder von der Flutkatastrophe in Ahrweiler und mich interessierte der Live-Ticker über den Ausfall herzlich wenig.
Ehrlich gesagt fand ich diese Form der Berichterstattung mehr als nur fragwürdig und überhaupt nicht passend. Allerdings wirft das bei mir die Frage auf, warum die Social-Media-Welt für uns innerhalb eines Jahrzehnts derart wichtig geworden ist? Die virutelle Welt ist nicht echt, sehr vieles nur Schein und „Plastik“ weil gefaked und gestellt. Sind wir derart abhängig und süchtig nach dem virtuellen Leben der anderen, den Likes von Menschen die unseren Profilen folgen und der ständigen Möglichkeit nach Informationen?
Ich selbst nehme mich da nicht aus, Morgens checke ich auch erst einmal meine Accounts in Facebook, Whats-App und Instagram, was es alles neues gibt, aber mir ist immer bewusst dass dies nicht das „echte Leben“ ist.
Mittlerweile kommentiere ich auch sehr viel weniger, als zum Beispiel noch vor einem Jahr, da einem so viel Hass und Negatives entgegenschlägt, nur weil man mal anderer Meinung ist. Seit der Corona-Pandemie hat diese Spaltung der User deutlich zugenommen. Entweder ist man „dafür“ oder „dagegen“, dazwischen gibt es nichts mehr und beide Parteien zerfleischen sich bis aufs letzte unter den jeweiligen Posts. Ich finde dieses Verhalten, die niedrige Hemmschwelle, die im Netz vorherrscht so schlimm, dass ich aus einigen Gruppen ausgetreten bin und wie schon geschrieben nur noch ganz selten etwas kommentiere und mir oftmals die Kommentare gar nicht mehr durchlese, da eh nur noch jeder jeden fertig macht.
Mein Blick auf die Social-Media-Welt ist mit den Jahren ein ganz anderer geworden, schärfer und vor allem nachdenklicher. Zu Beginn hatten wir einfach Spaß und freuten uns über die Möglichkeit neue/alte Freunde zu finden, Kontakte zu knüpfen und zu schreiben, wann immer die Zeit dafür da war.
Jetzt, sehe ich auch die Gefahr in dem Medium „Social-Media“. Wie viele Menschen glauben den Profilen denen sie folgen, dass alles immer toll und perfekt sein muss? Sie sehen das perfekte Aussehen der Influencer, glauben wirklich, dass man mit Produktwerbung und ständigem Posten von Episoden aus dem eigenen Leben zum schnellen Geld kommt, doch dem ist nicht so. Wie viel Photoshop und Retusche wird oftmals eingesetzt um das perfekte, in absoluter Harmonie gestellte Bild hochladen zu können? Das vergiftet die Seele von uns Menschen, da viel zu viele glauben, das was man auf den Bildern sieht, sei tatsächlich REAL und ECHT! Aber mal ehrlich, Real und hin und wieder down und traurig verkauft sich nun mal nicht so gut wie hübsch zurecht gemacht und auf Hochglanz poliert. Was ich nicht nachvollziehen kann, das kein Aufschrei durch die Öffentlichkeit geht. In den 90ern gab es riesige Skandalberichte über die Modewelt, als Models über die Laufstege der Fashion Week liefen, die so offensichtlich unterernährt waren, dass sie aussahen wie mit Fleisch überzogene Sklette. Heute wird jeder sog. Influencer dafür gefeiert, wenn kein Speckpölsterchen zu sehen ist! Social Media verändert uns Menschen, nicht nur was unsere Sichtweise angeht, sondern auch die direkte Kommunikation. Es gab Zeiten, da sah ich Jugendliche, die über ihr Handy kommunizierten, obwohl sie nebeneinander herliefen. Da fehlten mir echt die Worte. Zumindest in meiner unmittelbaren Nachbarschaft hat sich dieses Bild seit Corona verändert, die Kinder spielen mehr miteinander, die Jugendlichen fahren Inline-Skates, Fahrrad oder spazieren durch die „Hood“ und das gibt mir Hoffnung. Hoffnung darauf, dass die Social-Media Welt irgendwann zwar da ist, aber das die „Reale Welt“ als solche wieder mehr Einfluss ausüben wird.
Facebook & Co. darf und sollte nicht der Lebensinhalt sein, denn das Leben findet draußen vor der Tür statt!
Ich kam sehr gut gestern über den Nachmittag/Abend/Nacht ohne etwas zu vermissen und Entzugserscheinungen sind auch nicht aufgetreten, so dass ich zumindest für mich die Gewissheit gefunden habe, auch ohne Social Media leben zu können.

In diesem Sinne verbreite ich den Beitrag hier jetzt bei Instagram und Facebook 🙂

Eure Alexa

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