Huch! Und plötzlich bin ich #verheiratet und eine #Ehefrau!

Hochzeit13 Jahre, 3 Monate und 21 Tage hat es gedauert, bis wir endlich JA! zueinander gesagt haben! Irgendwie ist alles gleich und doch alles anders! Das Thema Hochzeit kommt seit ein paar Jahren immer wieder bei uns aufs Papier und jedes Jahr aufs Neue haben wir vor “JA!” zu sagen, doch ständig kommt etwas dazwischen. In einem Jahr heiratete der Cousin, im anderen sterben geliebte Personen oder schwerwiegende Krankheiten und Schicksalsschläge innerhalb der Familie machen uns jedes Mal einen Strich durch die Rechnung! Eine Kollegin bekommt beinahe hysterische Lachkrämpfe wenn mal wieder das Thema “Hochzeit” bei mir aufkommt und glaubt nicht mehr an ein Happy End. Ich ehrlich gesagt auch nicht, zu unterschiedlich sind die Ansichten bezüglich der Feierlichkeiten. Ich möchte nicht kirchlich heiraten, ein absolutes No-Go in einer italienischen Familie und ich kann mir auch nicht vorstellen die Festivitäten mit ca. 300 Gästen, von denen ich 260 höchstens einmal im Jahr begegne, zu begehen. Also schieben wir das Thema vor uns her.

Aber dann passiert etwas Wunderschönes! Wir werden schwanger! Und für mich steht fest: Wir werden bevor das Kind auf die Welt kommt heiraten!
Aber der Termin ist das Problem. Wann, Wo, Wie und vor allem mit Wem feiern wir dieses freudige Ereignis?
Zunächst können wir noch gar nichts planen, denn mein Verlobter hat Probleme auf dem Konsulat. Irgendetwas ist schief gelaufen und er bekommt sein Ehefähigkeitszeugnis nicht ausgestellt. Ohne dieses Zeugnis können wir keinen Termin auf dem Standesamt machen! Eine Welt bricht zusammen! Ein Wochenlanges Bangen und Zittern beginnt. Schließlich lassen sich die italienischen Behörden erweichen, schließlich ist eine Bambina unterwegs und endlich halten wir das ersehnte Ehefähigkeitszeugnis in der Hand.
Auf dem Standesamt geht alles ganz schnell, unser Geldbeutel wird ganz blass und bekommt die Schwindsucht! So eine Eheschließung ist schon VOR der Trauung extrem teuer! Und erst die Terminfindung! Gar nicht so einfach. Schließlich wollen wir nicht um 8:00 Uhr früh getraut werden, aber viele Termine sind schon vergeben! Aber auch das funktioniert und dann steht das Datum fest: 22. April, 11:00 Uhr! Stichtag! Hochzeit! Ehe!

Nach der Aufregung geht die Planung los, ich bin bei vielem außen vor, da ich schwanger bin und damit genug zu tun habe. Die Eltern und Schwester meines zukünftigen Ehemannes hängen sich voll rein und mir wird Angst und Bange. Immerhin haben wir eine überschaubare Gästeliste, denn wir haben uns entschlossen nur mit den engsten Familienmitgliedern und Freunden, die immer für uns da sind und auf die wir uns verlassen können, zu feiern.
Die Einladungen werden im Internet ausgesucht und gedruckt, gerne hätte ich sie selbst kreeiert und entworfen, aber mir ist das alles zu viel.
Am meisten habe ich Muffensausen vor dem Kleid aussuchen. Klar ist: In Weiß gehe ich nicht zur Trauung. Langsam aber sicher bekomme ich den Umfang eines Wals und Weiß ist eh nicht meine Farbe.Mir schwebt ein Kleid in Rot vor.
Alleine stehe ich das nicht durch, da bin ich mir sicher! Meine beste Freundin ist leider verhindert, so dass meine zukünftige Schwägerin sich erbarmt und mit mir in die Stadt fährt, eine ganze Reihe von Geschäften auf einer Liste, das mir ganz anders wird. Und dann, durch einen absoluten Zufall entdecken wir einen kleinen Brautladen und gehen spontan hinein! Der erste Laden und PENG! ich sehe MEIN Kleid! Blau, schlicht und einfach PERFEKT!

HochzeitskleidDie Verkäuferin im Laden sucht noch andere Kleider heraus, aber ich finde das Erste am schönsten. Trotzdem versuchen wir es noch in zwei weiteren Geschäften, wobei wir im letzten so unfreundlich abgekanzelt werden, dass ich dort nie mehr im Leben einen Fuß hineinsetze. Schnell ist sicher, das erste Blaue Kleid wird es! Noch keine zwei Stunden und schon habe ich mein Brautkleid, eine Überraschung vor allem für mich, denn es sollte keinesfalls blau sein! Aber ich bin hin und weg, die Farbe spielt keine Rolle mehr.
Ich entschließe mich die Assesoirs für das Kleid in Weiß zu halten, einen weißen Bolero, weiße Clutch und weiße Schuhe. Anfangs fühle ich mich dabei etwas unsicher, aber das Ergebnis gibt mir schließlich Recht!

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Alles klappt wie am Schnürchen. Die Ringe werden von meinen Schwiegereltern in Spe in Italien ausgesucht und besorgt und treffen genau unseren Geschmack! Die Torte ist bestellt, die Einladungen verschickt, der Tischplan gedruckt, die Tischkärtchen angefertigt und auch der Anzug meines zukünftigen Mannes ist ausgesucht. Der Brautstrauß wird beinahe von mir vergessen, doch auch hier greift mir meine zukünftige Schwägerin unter die Arme. Ich gebe einen Strauß mit Callas (die Lieblingsblumen meiner Oma) und Vergissmeinnicht in Auftrag, die Floristin fügt letztlich noch Rittersporn hinzu, was einfach toll aussieht!
Das Restaurant ist ebenfalls ausgesucht, das Essen besprochen und der Tag kann kommen!

Zwei Wochen vor der Hochzeit bekomme ich plötzlich einen Anfall von panischer Aufregung! Ob sich etwas ändert? Ist Ehe nicht doch etwas für “seriöse” und “normale” Leute, denn “Normal” im eigentlichen Sinne bin ich nicht, bei mir passiert soviel seltsames das mich Bedenken plagen! Aber einige Tage später sind auch die letzten Zweifel verschwunden und ich beginne mich zu freuen.

Am Tag der HochzeitSchließlich ist er da! Der Tag X! die Stunde Null!
Mein “noch Freund” IMG-20140319-WA0005und Verlobter hat sich in den Kopf gesetzt mich vor der Trauung nicht zu sehen und zieht sich bei meiner Schwester um und bereitet sich auf die Hochzeit vor, während seine Schwester mir die Haare, eine wunderschöne Hochsteckfrisur, richtet. Ein wenig aufgeregt bin ich schon, wobei das absoluter Blödsinn ist, nach so langer Zeit in einer Partnerschaft.
Meine beste Freundin, die auch als unsere Fotografin fungiert, kutschiert mich schließlich in Richtung Standesamt. Beinahe begegnet mir auf der Autofahrt mein zukünftiger Mann, aber da wir Frauen uns letztlich entscheiden nicht über die Autobahn zu fahren, verhindern wir unbewusst ein Zusammentreffen!
Schließlich versammeln sich alle vorm Standesamt und ich schließe meine Lieben in die Arme. Meinem zukünftigen Mann gefällt was er sieht und mir geht es ebenso! Ich frage mich im stillen warum er nur so eine Abneigung gegen Anzüge hegt. Er sieht fantastisch aus! Und dann ist es tatsächlich soweit. Wir werden in den Trausaal gerufen, nehmen unsere Plätze ein und die Zeremonie beginnt. Nach 15 Minuten tauschen wir die Ringe und die erste Panne passiert. Während ich den Ring vom Ringkissen problemlos lösen und anstecken kann, hat mein Mann seine liebe Not! Nachdem er endlich den Ring an meine Hand steckt, ist er etwas übermotiviert und denkt wohl ich habe Finger so lang wie Pinocchios Nase und schiebt und schiebt, obwohl der Ring längst sitzt. Ich bremse ihn leise und grinse breit.
Dann beginnt der Fotomarathon. Hier passiert die nächste Panne, die mir erst am nächsten Tag auffällt, wir haben kein Gruppenfoto mit uns und unseren Gästen, sondern nur Einzelaufnahmen. Und schließlich, nach einem dezenten Hinweis des sehr geduldigen Standesbeamten, findet ein sehr entspannter Sektempfang (Für mich nur O-Saft) statt wo der nächste Patzer passiert. Mein Mann öffnet die Sektflasche und wird augenblicklich damit geduscht. Sein schöner Anzug voller Sekt! “Das bringt Glück” ist unter dem Gelächter herauszuhören und wir nehmen es mit Humor.

Und das nächste Desaster lässt nicht lange auf sich warten! Irgendwie haben wir es geschafft die wenigen Personen mit ihren Autos zu verlieren bzw. haben diese überall woanders geparkt, so dass ein Autokorso durch die Stadt nicht wirklich stattfindet. Mein Mann ist etwas enttäuscht und geknickt, ich sehe es gelassen und bin entspannt.
Der nächste Schock wartet im Restaurant! Aus Platzgründen wurden die Tische anders gestellt als abgesprochen, die Tischordnung ist total durcheinander, jetzt bin ich nicht mehr entspannt, kann es jedoch nicht ändern und die Gäste nehmen ihre Plätze, nach einem erneuten Sektempfang (Für mich nur O-Saft), ein. Das Essen beginnt. Turboschnell, so scheint es mir, futtern wir uns durch das Menü. Zwischen Hauptgang und Dessert verschwinden mein Mann und ich und werden von meiner besten Freundin bei bestem Wetter, in einem nahegelegenen Park abfotografiert um diesen schönen Tag in Erinnerung zu behalten. Nach gefühlten 10 Stunden auf meinen doch sehr hohen Schuhen möchte ich nach dem Shooting nur noch ans Auto, meine Füße qualmen und sehnen sich nach meinen bequemen Ballerinas. Ich heule beinahe vor Freude als ich die Schuhe gewechselt habe und wir wieder im Restaurant sind.
Der letzte Akt beginnt. Die Torte wird serviert und wir schneiden sie an. Mein Mann hat die Hand über der meinen, er bildet sich ein dadurch wird er das Sagen in der Ehe haben (HA!). Ich habe ihn gewähren lassen, ich bin bekannt dafür jede Torte beim Anschneiden zu masakrieren!
Das Meisterwerk aus einer kleinen Bäckerei eines nicht weit entfernten Dorfes ist köstlich und ich bin restlos davon begeistert. Es wird still am Tisch, jeder genießt und schweigt. Die ersten Gäste verabschieden sich und mir wird bewusst der Tag neigt sich dem Ende zu.

IMG-20140421-WA0000 Als die letzten Gäste und die letzten Gastgeschenke verteilt sind, machen wir uns das erste Mal als Ehepaar auf den Heimweg. Ich fühle mich seltsam. Es ist alles so normal und doch ganz anders.
Mein Mann trägt mich heldenhaft über die Schwelle (durch die Schwangerschaft bin ich im Moment wahrlich kein Leichtgewicht) und mir wird bewusst, wie sehr ich diesen Mann liebe und das ich mich auf den neuen Lebensabschnitt freue und sehr dankbar bin ihn gefunden zu haben. Er hat es nicht immer leicht mit mir! Der Tag klingt bei uns zu Hause ganz gemütlich aus, mit einem Besuch meiner Schwestern und meiner Patentante und dann ist er vorbei, DER GROßE TAG und ich gehe müde und glücklich zum ersten Mal als Ehefrau schlafen!

Trotz all der Pannen und Unsicherheiten von meiner Seite aus war es ein wundervoller Tag, der hauptsächlich deshalb so schön war, weil alle diejenigen die uns nahestehen auch dabei waren! Ich danke euch sehr für diese unvergesslichen Stunden, die immer in meinem Herzen einen besonderen Platz einnehmen werden!

Quelle der Bilder: Fiorella B. und Alexa B.

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4 Antworten zu Huch! Und plötzlich bin ich #verheiratet und eine #Ehefrau!

  1. Bella sagt:

    Oh wie schön! Das hast du traumhaft geschrieben. Es hat so tolle Spaß gemacht zu lesen!!! <3

    Ich glaube Pannen gehören echt zu einer Hochzeit dazu. Wir hatten drei:

    Erst bekam mein Süßer den Ring bei mir nicht drauf, weil meine Finger vor Aufregung geschwollen waren. Ich mußte dran rumlutschen damit es flutschte. *lach*
    Dann rutschte meine große Schwägerin auf einer Streublume (auf der Treppe) aus.
    Mir rutschte nach der Trauung mein halterlose BH um die Taille (bin nicht grad toll bestückt).
    Und meinem Mann riß in der Gaststätte die Seitennaht der Hose (wir hatten Flickzeug da *g*)

    Und am 27.04. hatten wir jetzt schon unseren 18. Hochzeitstag.
    Es bringt echt Glück!!!

    Alles Liebe und Gute für Euch!!!

    LG
    Bella

    • Alexa Grünewald sagt:

      Haha, jetzt muss ich auch lachen! Da ist ja wirklich allerhand bei euch passiert!

      Mit dem Ring hatte ich auch mächtig Angst das er nicht passt, aber dann hat er wohl zu gut gepasst *lach* Ich stelle mir das bei euch gerade bildlich vor, herrlich!

      Oh das mit dem BH kenne ich, ich hatte da auch ständig das Gefühl der sitzt nicht da wo er sollte und hab ständig am Kleid rumgezogen!

      Oha, so lange schon! Dann mal noch Glückwunsch und danke für deine Glückwünsche! Ich bin mal gespannt was alles so in der Ehe passiert! Wir haben ja schon in den letzten 13 Jahren so einiges erlebt…. 😀

  2. Steffi sagt:

    Wie süß. Bei uns war die Reihenfolge etwas anders. Liebe auf den ersten Blick. Der große Sohn war 17, die beiden Kleinen 10 und 11, als wir uns spontan entschlossen, zu heiraten. Es war aber auch so, es kam immer irgendwas dazwischen. Denn heiraten wollten wir eigentlich schon vor dem großen Sohn 😉 Wir hatten also rund 18 Jahre Anlaufzeit. Und ja, es fühlt sich anders an. Nun auf einmal Frau X zu sein, auch rechtlich den Status “Familie” erreicht zu haben und endlich offiziell “meine Frau” oder “mein Mann” sagen zu dürfen….. Na, herzlichen Glückwunsch auch an euch beide! LG, Steffi

    • Alexa Grünewald sagt:

      Dankeschön 😀

      Auch eine schöne Geschichte! Und Spontan ist immer gut! Naja sieh es mal so, dann war eure Beziehung “Volljährig” als ihr den Bund der Ehe eingegangen seid 😀

      Ja, ich glaube das ist die größte Umstellung! Den Namen des Mannes zu tragen und eben “Familie” zu sein. Dieses Gefühl ist wirklich so anders und ungewohnt! Das hätte ich im vorhinein nie gedacht, dass das etwas ausmacht!
      Es ist einfach ein tolles Gefühl wenn auch wie gesagt ungewohnt!

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