NCIS – Trauma Teil II S10/E7

NCIS-TeamDie Episode beginnt mit einer Rückblende zu den Geschehnissen in Afghanistan, in Folge dessen einer von den Kameraden des Captains starb. Es stellt sich heraus, dass Joe Westcott ein Flashback durchlebt, der von Gibbs unterbrochen wird.

In einem Gespräch mit Ducky, dass den traurigen Backround von Randall J. Kersey beleuchtet, gibt Gibbs seine Gründe für das auffällige Engagement dem Captain helfen zu wollen preis.
Er selbst befehligte Truppen im Krieg und schickte die Soldaten, die Symptome einer PTSD zeigten nach Hause, machte sich aber nie Gedanken darüber was sie dort durchlebten. Nun sieht er was die Soldaten die mit dieser Krankheit leben müssen, zu Hause erwartet und möchte Wiedergutmachung leisten.
Die Szene wird von Mark Harmon hervorragend umgesetzt und gespielt. Selten erhascht man einen solch tiefen Einblick in die Beweggründe von Gibbs Handlungen wie in diesem Moment.

Gibbs lässt nichts unversucht um Joe Westcott bei der Heilung zu helfen und bedient sich dafür der technischen Ausrüstung des NCIS. Die Kenntnisse von Abby sind dabei mehr als hilfreich, er lässt sie mit der neuesten Computertechnik die Ereignisse des Hinterhalts, in den Westcott und seine Kameraden gerieten, nachbilden. Für den ehemaligen Marine Captain eine zu schwere Bürde die alptraumhaften Minuten erneut zu durchleben, weshalb er den Versuch abbricht.

Gibbs gibt jedoch nicht auf und fährt mit Joe Westcott zu einem ehemaligen Freund, um eventuelle Informationen über Rendall und IJIL zu erfahren. Das Treffen verläuft katastrophal und Joe wird mit weiteren Vorwürfen seines alten Freundes konfrontiert, die bei ihm erneut einen Flashback auslösen. Bei dieser Szene lief es mir wirklich eiskalt den Rücken herunter.
Schließlich versucht Joe nochmals mit McCartney zu sprechen, doch dieser versteckt sich in seinem Haus und blickt durch die Glasscheibe der Tür, das Gesicht zu einer verbitterten Maske erstarrt, in das Gesicht seines alten Kumpanen. Die Mimik beider Männer zeigt in welcher Hoffnungslosigkeit sie gefangen sind, die nur jemand begreifen kann der die Schrecken des Krieges hautnah miterlebt hat. Ganz stark gespielt von beiden Schauspielern und hervorragend von den Kameras eingefangen.

Die Ermittlungen schreiten voran, das Team macht Rendalls Freundin ausfindig, die nicht das ist, was sie vorgibt zu sein und eine weitere Komplizin von dem Terroristen wird aufgespürt, die das Team letztlich zu Rendall selbst führt. Schließlich werden die beiden Bomben gefunden, eine davon auf einem Empfang des Botschafters, bei dem Rendalls Freundin das Catering durchführen sollte, die andere wird bei der Verhaftung Rendalls sichergestellt.
Nachdem der Terrorist in Gewahrsam ist und beide Bomben sichergestellt sind, fährt Gibbs erneut mit Joe nach Virginia zu McCartney. Dieser gibt dem Marine Captain den wichtigen Hinweis, dass er seine Leute, nicht wie er angenommen hatte im Gefecht zurückließ um sich selbst zu retten, sondern sein Leben riskierte um einen tödlich verwundeten Soldaten aus den Händen der Feinde zu befreien. Es scheint eine Annäherung zwischen den beiden alten Freunden zu geben und Joe kann nun endlich damit beginnen sich selbst zu verzeihen, ein wichtiger Schritt in Richtung Genesung.

Der Fall ist abgeschlossen und somit ist auch klar, dass es keine Haupthandlung in Staffel 10 zu geben scheint, was ich sehr erfrischend finde.

Der Nebenplot dreht sich dieses Mal um Ziva, die am Anfang der Folge versucht Karten für eine Oper zu bestellen, diese jedoch ausverkauft ist. Verzweifelt sitzt sie an ihrem Schreibtisch und flucht auf Arabisch, was natürlich die Aufmerksamkeit von Tony und McGee erregt. Besonders Tony, die personifizierte Neugierde, lässt keine Möglichkeit unversucht herauszubekommen mit wem sich Ziva zur Top 3 aller Dates trifft.
Während der Überwachung eines Supermarktes gesteht Ziva, dass sie jedes Jahr am Todestag ihrer Schwester Tali eine Oper besucht um ihr zu gedenken. Tali liebte die Oper und hatte selbst den Traum eines Tages auf der Bühne zu stehen. Doch in diesem Jahr waren keine Karten mehr zu bekommen und sie fühlt sich, als würde sie das Andenken an ihre Schwester verraten. Tony ist sichtlich erschüttert und bietet ihr wortlos Trost. Der Moment endet jedoch abrupt, als die Verdächtige erscheint.
Am Ende der Episode sind die beiden allein im Büro, während die restlichen Teammitglieder auf dem Weg zu Gibbs sind, wo ein großes Thanksgiving Essen veranstaltet wird. Tony startet eine CD und die Klänge einer Oper von Puccini erfüllen das Büro, während er sich auf den Weg zu Gibbs macht und Ziva die Möglichkeit gibt Tali zu gedenken.

Emotional, aufwühlend und tiefgründig flimmerte die Episode über den Bildschirm. Es wurde erneut das Leid der Posttraumatischen Belastungsstörung dargestellt, die Probleme, die das Krankheitsbild mit sich bringen, noch realistischer und eindringlicher dargestellt, ohne übertrieben zu wirken.
Hier wird die Gradwanderung von der schöpferischen Freiheit Hollywoods und der Realität in Perfektion ausgeübt. Eine großartige Folge, die man sich, wenn man sie verpasst hat, auf jeden Fall in der Online Mediathek von Sat 1 ankucken sollte.

[ratings]

Quelle des Bildes: I don’t own this http://tvfilmnews.com/wp-content/uploads/2012/12/ncis-season-8-finale-cast.jpg

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