True Blood – Staffel 5

True_BloodPersönlich finde ich die 5. Staffel sehr enttäuschend und langatmig. Ich hatte mehr Spannung und Drama, wie in den vorangegangenen Staffeln auch, erwartet.
Da hilft es auch nichts, dass „Mr. Sexy Werwolf“ Alcide viel mehr Screentime für sich beansprucht und ständig halbnackt durch die Gegend läuft. Der Handlungsstrang um ihn und das Wolfpack ist konfus und

meiner Meinung nach nicht gut durchdacht.
Ein knallharter, muskelbepackter Typ wie Alcide flüchtet nach der Niederlage gegen den Rudelführer, der unter dem Einfluss vom Vampirblut unbesiegbar ist, zu seinem Vater in den Trailerpark? Wohl kaum! Der Alcide aus den ersten vier Staffeln hätte sich einen Baseballschläger geschnappt und dem Anführer des Wolfpacks eines übergebraten und so lange seinen Adoniskörper gegen den Widersacher prallen lassen, bis dieser unter den sehr ansehnlichen Muskelbergen zusammengebrochen wäre. Eigentlich schade, dass Frauen keine Anführer von Werwolfrudeln werden können! Eine Frau wäre mit Sicherheit sabbernd und bettelnd auf dem Boden zusammengebrochen und hätte Alcide angefleht sie doch endlich zu nehmen, anstatt die Zeit mit einem sinnlosen Kampf zu vergeuden.

Die toughe Tara. Ich weiß nicht was die Serienmacher sich dabei gedacht haben diesen Charakter zum Vampir zu wandeln! Die ganze Staffel durch raubt sie einem den letzten Nerv und den Verstand. Man möchte ihren Kopf tausende Male auf die Theke des Fangtasia knallen und ihr „Erst denken, dann handeln“ ins Ohr brüllen.
Hier gab es eine Szene, in der ich gehofft habe, dass die alte Tara zum Vorschein kommt, aber leider haben es die Drehbuchschreiber versäumt und die Gelegenheit verstreichen lassen.
Als Taras Mutter, mittlerweile die Frau des Reverends, ins Fangtasia gestöckelt kommt, die Handtasche züchtig vor den Bauch gepresst, wäre die perfekte Gelegenheit gewesen der Jungvampirin die Möglichkeit zur Rache für das bescheidene Leben, dass ihre Mutter ihr geboten hatte, zu geben. Stattdessen gab es nur einen schnöden, emotionslosen Wortwechsel und die Mutter stöckelt wieder unbehelligt und ohne einen Kratzer aus dem Fangtasia.
Einzig in der finalen Folge findet Tara zu ihrem “alten ich” aus Staffel 1 zurück und zeigt sich so wie wir sie lieben gelernt haben! Ansonsten find ich diesen Charakter mittlerweile mehr als überflüssig!

Den Handlungsstrang um Terry und seine Irakkumpanen war komplett überflüssig, und diente nur dazu eine neue mystische Macht in die Story einzuflechten. Einzig Arlene brilliert hier auf dem Höhepunkt des Spannungsbogens! Hier fordere ich: Bitte mehr Arlene!!!
Ebenfalls wieder ein Thema in dieser Staffel natürlich die Wandler und Sam als Bindeglied zu dieser fantastischen Spezies. Leider entwickelt sich daraus eine langatmige Story, mit zu wenigen Emotionen, wodurch sich die Handlung wie Kaugummi zieht. Die Übergriffe auf die Wandler hätte man in einem spannenden Handlungsbogen viel mehr in die Serie einbringen können.
Leider mutiert die sonst so sympathische Telepatin Sookie in dieser Staffel zu einer Nervensäge, quasi Tara Nummer 2. Dass sie nicht so viel Screentime hatte wie sonst, schließlich ist sie eine der Hauptcharaktere, ist wohl ihrer Schwangerschaft geschuldet. Der Handlungsstrang zwischen Eric, Bill und ihr spielt sich ausnahmslos getrennt voneinander ab, es gibt kaum gemeinsame Szenen, außer in der finalen Folge….Vor dem Hintergrund, was technisch heute alles möglich ist, hätte man da mit Sicherheit für den realen Babybauch von Anna Parquin eine andere Lösung finden können!
Die Elfen dürfen auch in Staffel Nummer 5 nicht fehlen und werden durch die familiären Verwicklungen der Familie Steakhouse in die Geschichte eingeflochten. Die Szenen mit den Elfen spielen vornehmlich in Claudes „Feenclub“ wo man auch Sookies Cousine Hadley antrifft. Es scheint, als hätte Sookie nur noch übernatürliche Wesen um sich geschart, abgesehen von ihrem Bruder Jason. Es werden kurze Einblicke in die Hierarchie der Elfen gewährt, die leider nicht wirklich weiter verfolgt werden. Ich hoffe in Staffel 6 werden hier einige Fragen geklärt.

Der (fast alles) überlebende Russel Edgington. Der Charakter ist absolut genial und gehört zu einem meiner Favoriten der Serie! Herrlich exzentrisch und böse! Leider lassen die Serienmacher ihm viel zu wenig Spielraum um sich zu entfalten. Da er als eine unrühmliche rote Pfütze am Boden endet, viel zu früh für mein Befinden, ist die Geschichte des Königs zu Ende erzählt.

Die Autorität. Stand dieser Begriff in den letzten Staffeln für Lack und Leder sowie knallhartes durchgreifen, wird die Autorität in der 5. Staffel zwischen Altertum und Wahnsinn angesiedelt. Die Story wird extrem in die Länge gezogen, es entwickeln sich Handlungsstränge die vollkommen unsinnig sind nur damit gewährleistet wird, dass die Feinde der Anhänger von der Vampirgottheit “Lillith” welche die Autorität anbetet, dahingemetzelt werden können. Einzig die Foltermethode mit künstlichem Sonnenlicht war hier ein guter Einfall!

Die ewigen Konkurrenten Eric und Bill. Hier fehlte alles was in den vorangegangen Staffeln die Rivalität zwischen den beiden ausmachte. Wenig Wortwitz, kaum Kämpfe gegeneinander, nur schnödes und träges Geschwätz.

Mr. Vampirehotness Eric Northman. Kommt optisch extremst gut rüber in der Staffel, die Kostüm- und Maskenbildner waren fleißig damit beschäftigt ihn ins rechte Licht zu rücken. Er ist das große Plus in dieser Staffel, denn Alexander Skarsgard schafft es dem Zuschauer die Emotionen und die Zerissenheit von Eric, was den Wunsch zu überleben angeht, zu vermitteln, auch wenn er dafür seinen Macher (Godric) verraten muss. Eine ganz große Leistung.

Erics Schwester. Die ersten 11 Folgen eine nervige, karrieregeile Tussi die an die Spitze der Autorität will. Erst in der finalen Folge besinnt sie sich und steht an Erics Seite. Ebenfalls total unlogisch aber was war schon logisch in Staffel 5

Pam. VIEL ZU WENIG Screentime! Ihre bissigen Kommentare, ihr Versuch das Fangtasia am Laufen zu halten und ihr Job als “Babyvampirsitterin” sind sehr amüsant anzusehen! Ich wünsche mir mehr davon.

Hoyt. Endlich ist die Heulboje weg (scheint zumindest so) Die Wandlung die er in Staffel 5 durchmacht ist nervig und ätzend und ich bin einfach nur froh dass seine Geschichte (vorerst) zu Ende ist.

Jessica. Erfrischend und quenglig zugleich. Versucht Tara nach der Verwandlung eine Freundin zu sein. Es bleibt abzuwarten ob die beiden sich anfreunden. Jedoch auch hier war kein wirklicher Handlungsstrang zu erkennen.

Jason. Er ist und bleibt ein Mitläufer. Für Sookie der Halt in ihrem Leben weshalb sie die Figur wohl nicht sterben lassen wollen. Der Serie schadet das mehr als es gut ist, denn der Charakter ist, wie so viele andere, mittlerweile total überflüssig.

Sherif Bellefleur. Andy verfällt den Elfen, vögelt sich mit einer der überirdischen Damen den Verstand aus dem Leib und umwirbt gleichzeitig, mehr als unbeholfen, die Kellnerin des Merlotts. Was soll ich dazu sagen? Ich denke das liegt ziemlich nahe an der Realität.

Bud Dearborn. Der alte Gesetzeshüter bekommt ebenfalls wieder Screentime, was ich vollkommen überflüssig finde, genauso die Story die sich um ihn abspielt. Interessiert echt keine Sau, im wahrsten Sinne des Wortes, was aus ihm geworden ist. Die Story um den alten Dearborn dient einzig und allein wieder mal dazu Sam den edlen Ritter spielen zu lassen, um der hilflosen Sookie zur Hilfe zu eilen.

Lafayette. Die Trauer um Jesus hält ihn gefangen und dank seiner neuen Gabe kann er sich von ihm natürlich noch einmal verabschieden, nachdem er ihn aus den Geisterfängen seines Dads befreit hat. Hört sich nach einem riesigen Gruselfaktor an, dem war leider nicht so. Hier hätte man, wie bei allen Handlungssträngen, viel mehr aus der Geschichte herausholen können.

 

Mein abschließendes Urteil: Auf diese Staffel hätte ich echt verzichten können. Einzig die finale Folge erstrahlte in dem Glanz der voran gegangenen Staffeln und endet mit einem lauten “RUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUN” von Eric, das Sookie gilt! Ich bin gespannt auf Staffel 6 und hoffe, dass diese wieder den altbekannten Schwung und Wortwitz vorweisen kann.
Was mir in Staffel 5 gefehlt hat? Bei den Staffeln 1-4 konnte man viele Szenen aus dem Buch wiedererkennen, wenn auch auf eine verzerrte Art und Weise, in Staffel 5 war das nicht der Fall. Einzig der Feenclub tauchte als neue Komponente auf. Das sich eine Serie die auf Büchern basiert irgendwann verselbstständigt ist mir bewusst, aber die Bücher liefern noch jede Menge Stoff zum verfilmen, weshalb ich hier schwer enttäuscht bin! Ebenso wurden viele Komponenten aus den Staffeln 1-4 einfach wiederholt. Die Wandlerstory, dass sich einige Wandler in andere Menschen verwandeln können, das Wolfpack auf V usw. Die Wiederholungen hierzu waren vollkommen überflüssig und mir stellt sich die Frage wo die Macher der Serie hin möchten. Es ergibt sich aus dem Cliffhanger leider keine schlüssige Vermutung wie es weiter geht, was ich sehr schade finde!

Quelle des Bildes: I don’t own this http://userserve-ak.last.fm/serve/_/15457679/True+Blood+tru.jpg

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2 Antworten zu True Blood – Staffel 5

  1. Johanna sagt:

    Schöner eintrag zur 5 Staffel (auch wen ich sie leider immer noch nicht gesehen habe;-) Aber jetzt bin ich noch gespannter !!

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