Das Herz des Jägers – Tina St. John

Das_Herz_des_JaegersEin magischer Kelch aus einer anderen, längst vergessenen Zeit entfacht ein Feuer der Gier im Frankreich des
13. Jahrunderts. Die Legende um den Kelch von Anavrin, der nach seinem Diebstahl in vier einzelne Kelche zerbrochen ist, verspricht unvorstellbare Macht und ewiges Leben. Der junge Templer Kennrick spürt den ersten Kelch des historischen Artefakts auf und gelangt in die Fänge des Bösen.

Lady Ariana of Clairmont muss von London nach Frankreich übersetzen um ihren Bruder, Kennrick of Clairmont, aus den Fängen seiner Entführer zu befreien.
Dumm nur das tiefster Winter herrscht und die Stürme auf See so gefährlich sind. Die Seeleute schütteln reihenweise abweisend den Kopf, als die junge Dame sie anfleht und mit ihren Gold- und Silbermünzen klimpert. Einzig der zwielichtige Ferrand de Paris willigt ein Lady Ariana zur Hafenstadt Calais zu segeln.
Es kommt wie es kommen muss, ihr Begleiter James, ein Ritter der Clairmonts, versucht die Tugend der Lady zu beschützen und lässt dabei sein Leben. Auf der Flucht vor Ferrands Spießgesellen stolpert die junge Dame in die Arme des mysteriösen Breadon, ein ehemaliger Krieger und bekannt unter dem Namen Le Chasseur, dem Jäger.
Unfreiwillig verbünden sich die beiden gegen Ferrand de Paris und fliehen gemeinsam vor dem Bösewicht. Breadon kann sich Arianas Charme kaum entziehen und so verwundert es nicht, das er mit ihr über die raue und stürmische See nach Frankreich segelt. In der Hafenstadt Frankreichs angekommen überstürzen sich die Ereignisse und die beiden sind einmal mehr zur Flucht gezwungen. Unheimliche Dinge, die sich Ariana nicht erklären kann, gehen vor sich und die Lady zweifelt mehr als einmal an ihrem Verstand.

„Braedon“. Arianas Stimme war leise aus dem Innern der Höhle zu entnehmen. Sie seufzte verzweifelt. „Braedon…ich habe Angst. Ich verstehe nicht was um uns herum vorgeht. Dieser Mann in Calais – bei allen Heiligen, war er überhaupt ein Mensch?“ (Seite 149)

Anstatt kreischend vor den magischen Zusammenstößen mit dem Bösen davonzulaufen, die ihr auf dem Weg nach Rouen begegnen, greift sie beherzt nach Dolchen, Stöcken oder sonstigen Waffen und setzt sich mutig zur Wehr.
Sehr sympathisch und äußerst starrsinnig erobert die Lady das Herz des beinharten Jägers und bringt ihn dazu ihr den nötigen Schutz zu gewähren, den sie benötigt um ihren Bruder aus den Händen des Schurken und überhaupt nicht menschlichen Silas de Montaine zu entreißen. Das Vorhaben gelingt und die beiden Geschwister schließen sich wieder in die Arme.
Was dann folgt ist für Ariana ein Exkurs in eine ihr bis zu diesem Zeitpunkt verborgene, magische Welt. Sie beginnt zu akzeptieren das es mehr zwischen Himmel und Erde gibt als der menschliche Verstand begreifen kann, eine beachtliche Leistung für eine Frau im Jahre 1275.
Mit den Fähigkeiten von Braedon, der jeden Gegenstand den er finden möchte aufspüren kann, gelingt es dem Dreiergespann Silas de Montaine einen Kelch vor der Nase wegzuschnappen. Dafür bezahlt Ariana scheinbar mit ihrem Leben. Aber in dieser Geschichte ist nichts so wie es scheint und hält auch hier eine Überraschung für den Leser bereit.

Da ich von Lara Adrian, deren Pseudonym Tina St. John ist, schon die Midnight Breed Reihe gelesen habe und mich die Story um den Kelch von Anavrin interessierte, war ich sehr erfreut das ich dieses Buch an meinem Geburtstag in den Händen halten durfte. Leider konnte mich die Geschichte nicht komplett überzeugen und stellenweise war ich sehr enttäuscht.

Ariana of Clairmont ist mir sehr sympathisch, mir gefällt vor allem ihr Starrsinn und ihre Hartnäckigkeit mit der sie den Dingen auf den Grund geht. Auch zu Braedon mit seiner verschlossenen und knurrigen Art, der jedoch das Herz am rechten Fleck zu haben scheint, habe ich schnell eine Verbindung herstellen können.

Leider fehlte mir bei beiden der Tiefgang ihrer Gedanken. Ständig wiederholen sich diese, was nicht weiter schlimm wäre, hätte die Autorin verschiedene Formulierungen und Abwandlungen benutzt, um mir die Gefühlswelt ihrer Charaktere nahe zu bringen. Das verleidete mir teilweise wirklich den Spaß an der Geschichte. Der Zauber einer historischen Liebesgeschichte konnte ich überhaupt nicht spüren. Tina St. Johns Schreibstil ist an eine historische Schreibweise angelehnt, aber weit entfernt davon das Flair dieser Zeit zu transportieren.
Hinzu kommt, das im Jahre 1275 keine Frau stehen geblieben wäre wenn sich ein Mensch in ein Tier verwandelt hätte oder umgekehrt. Sie wäre schreiend davongelaufen und wäre nie wieder an den Ort des Geschehens zurückgekehrt.
Mehr als nur Suspekt ist mir ebenfalls die plötzliche Hingabe von Ariana gegenüber Braedon. Eine unerfahrene junge Frau weiß sofort das ihr Liebhaber nichts gegen einen Blow Job einzuwenden hat und führt diesen mit der Rafinesse einer erfahrenen Frau aus? Sehr weit hergeholt, vor allem wenn man bedenkt in welcher Zeit die Geschichte spielt. Diese spezielle Szene erinnerte mich direkt an das von mir ungeliebte Shades of Grey und ich war nahe dran das Buch gar nicht mehr zu Ende zu lesen. Die Szene war mir zu gewollt und passte meiner Meinung nach überhaupt nicht zu der in Liebesdingen unsicheren Ariana.
Letztlich habe ich Das Herz des Jägers doch noch beendet, mit der Erkenntnis, dass die Story sehr viel mehr bietet als die Autorin letztlich daraus gemacht hat. Deshalb vergebe ich nur 3 Sonnenuntergänge und ich hoffe das in der Fortsetzung Das magische Siegel dem Potential der Geschichte um den Kelch von Anavrin gerecht wird.

[ratings]
Quelle des Bildes: http://ecx.images-amazon.com/images/I/51Tz7X7wVIL.jpg

Der Kelch von Anavrin – Das Herz des Jägers (Originaltitel: Heart of the Hunter)
Buch 1
Seitenzahl: 394
LYX
ISBN-10: 3802585194
ISBN-13: 978-3802585197
Preis: 9,99 €

Meine Bewertung:
Bewertung3

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